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Farben hören und spielen mit dem Eyeborg

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Farben hören und spielen mit dem Eyeborg

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Der irisch-katalanische Künstler Neil Harbisson kann keine Farben sehen, aber er kann sie hören.
Dafür ließ er sich einen Chip in den Schädel implantieren, der mit einer Kamera verbunden ist und Farben in Schallwellen umwandelt. Eyeborg nennt er das selbst gebaute Gerät.

Neil Harbisson: “Die Sonde registriert die Lichtfrequenz direkt vor mir und sendet diese an den Chip, der seinerseits die Lichtinformationen in Tonsignale umwandelt. Die Signale werden über die Knochen direkt an das innere Ohr weitergeleitet. So kann ich Farben hören.

Wenn ich Kunst betrachte, kann ich das Bild hören. Maler sind für mich gewissermaßen Komponisten. Ich kann Picasso hören, Andy Warhol oder dieses Kunstwerk. Für mich sind das ganz einfach unterschiedliche Noten. Hier klingen sie höher. Hier haben wir ein Fis, ein F und ein A. Das Bild besteht aus verschiedenen Noten und Pausen, denn Schwarz bedeutet Stille. Es ist ein ausgesprochen musikalisches Bild.”

Der Mann mit dem elektronischen Auge bezeichnet sich selbst als Cyborg und lässt andere Menschen an seiner außergewöhnlichen Fähigkeit teilhaben. Zum Beispiel mit Musikprojekten wie jüngst in Barcelona. Ein Konzert, bei dem die Farbe den Ton angab.

Neil Harbisson: “Wir haben versucht, einem Chor und einem Quartett zu zeigen, wie man nach Farben spielt, nicht nach Noten. Dazu benutzte ich farbige Lichtprojektionen, die Musiker lernten, wie man sie interpretiert. Am Ende gaben wir ein Farbenkonzert, das klappte hervorragend.”

Harbisson ist Mitbegründer der Cyborg-Stiftung, die für technische Innovationen kämpft, um menschliche Sinne zu ergänzen oder zu verbessern.

Außerdem hat er eine Eyeborg-App entwickelt, die zeigt, wie er Farben wahrnimmt.