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Zentralafrikanische Republik: Ein Land bricht zusammen

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Zentralafrikanische Republik: Ein Land bricht zusammen

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Viele Menschen in der Zentralafrikanischen Republik haben die Hoffnung auf Frieden verloren. Dort ist es der vor zwei Monaten gewählten Übergangspräsidentin Catherine Samba-Panza bislang nicht gelungen, den politischen Prozess im Land wieder in Gang zu bringen.

Waren es zunächst die muslimischen Seleka-Rebellen, die vor einem Jahr den Präsidenten stürzten und Chaos entfachten, so folgte anschließend die Gewalt der christlichen Anti-Balaka-Kämpfer. Tausende Menschen wurden seitdem getötet.

Ein Baby wird in einem Zelt der Hilfsorganisation FairMed in dieses Land voller Gewalt hineingeboren. Seine 16-jährige Mutter ist von muslimischen Kämfpern vergewaltigt worden. Henry Babila von FairMed sagt: “So etwas habe ich noch nie gesehen. Ein Land, in dem alles zusammengebrochen ist, das Gesundheitswesen, das Schulsystem, alles. Es ist unbeschreiblich. Das gesamte Land ist auf Hilfsorganisationen angewiesen. Die Angestellten des öffentlichen Dienstes haben seit mehr als sechs Monaten kein Gehalt bekommen. Die Wirtschaft ist komplett zusammengebrochen.”

Seit der Unabhängigkeit von der Kolonialmacht Frankreich 1960 gab es in dem Land mit seinen nur 4,6 Millionen Einwohnern viele Phasen der politischen Instabilität. Die Zentralafrikanische Republik ist reich an Rohstoffen wie Gold oder Diamanten. Trotzdem liegt sie im UN-Index für menschliche Entwicklung nur auf Rang 180 von 187 Ländern. Mehr als 80 verschiedene ethnische Gruppen leben in dem Land, etwa 80 Prozent von ihnen sind Christen. Diese Vielfalt mache das Land so schwierig zu regieren, sagen Experten. Heute benötigt knapp die Hälfte der Bevölkerung – etwa 2,2 Millionen Menschen – humanitäre Hilfe.