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Wie die Krim die ukrainische Hrywnja umrubelt

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Wie die Krim die ukrainische Hrywnja umrubelt

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Auf der Krim gilt wieder der russische Rubel als offizielles Zahlungsmittel – zum erstenmal seit der Auflösung der Sowetunion und der Unabhängigkeit der Ukraine im Jahr 1991. Praktisch für viele Bürger ein Sprung ins kalte Wasser – viele haben sich beim Votum für Russland ein besseres Leben versprochen.

Die Fakten: Die ukrainische Hrywnja gilt bis 2015 parallel. Die “Bank of Krimea” – quasi über Nacht entstanden – fixiert einen Wechselkurs.

Ashot Barsyegyan, Volkswirt:

“Es wird eine Zeit der Anpassung geben und das Geschäft wird leiden. Es gibt enge Verbindungen zwischen der Krim und der ukrainischen Wirtschaft, bei Produktion, Verbrauch- und Finanzen.”

Beamtengehälter und Renten werden nicht automatisch auf das höhere russische Niveau umgestellt. Sie werden offenbar in Rubel überwiesen, aber in gewohnter Höhe.

Aber auf den Kreditkarten steht noch Hrywnja. Und Bargeld gibt es dafür am Automaten nur begrenzt. Käufer und Verkäufer sind verunsichert.

Elena Knyazeva, Geschäftsfrau:

“Die Karten funktionieren leider immer noch nicht in Rubel. Aber wir hoffen, dass die Banken das bewältigen.”

Alle staatlichen Gehälter und Pensionen auf der Krim werden zum offiziellen Hrywnja-Kurs vom 18. März 2014 bezahlt, hatte der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew versprochen (3.8 Rubel für 1 Hrywnja). Inoffiziell ist die ukrainische Währung inzwischen ein Drittel weniger wert.

Kremlchef Wladimir Putin hatte am Freitag ein Verfassungsgesetz über die Aufnahme der Krim in die Russische Föderation unterzeichnet. Die Ukraine, die USA und die EU kritisierten dies als eklatanten Bruch des Völkerrechts und werfen Russland eine Annexion der Krim vor.

su mit dpa