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Ukraine: Gaspreis steigt um bis zu 50 Prozent

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Ukraine: Gaspreis steigt um bis zu 50 Prozent

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Von Mai an müssen die Ukrainer bis zu 50 Prozent mehr für ihr Gas bezahlen, das kündigte der staatliche Gaskonzern Naftogas an. Doch, was ist mit denjenigen, die die Preiserhöhungen nicht bezahlen können?

euronews hat darüber mit Volodymyr Omelchenko vom Razumkov-Zentrum für wirtschaftliche und politische Studien in Kiew gesprochen.
Die Preiserhöhung ist seiner Einschätzung nach ein sinnvolles Instrument. Doch seien weitere Reformen nötig, so Omelchenko: “Damit solch eine Preiserhöhung effektiv und gerechtfertigt ist, muss die Regierung das Subventionssystem reformieren, so dass die Geringverdiener finanzielle Hilfe für ihre Energiekosten bekommen.”

Bisher mussten die Ukrainer für Gas einen Preis unter dem Marktwert bezahlen. Trotz des Preisanstieges wird Naftogas wird weiterhin rote Zahlen schreiben, das sagen die Prognosen laut der ukrainischen Nachrichtenwebiste “Kyiv Post”. Die Bevölkerung ist gespalten: “Die Rechnungen haben uns immer hart getroffen und das werden sie auch weiterhin tun”, sagte ein Mann in Kiew zu euronews. “Aber ich sehe zumindest für den Moment keinen anderen Ausweg – die Ukraine muss etwas tun.”

“Stellen Sie sich mal vor, was der Preisanstieg für Menschen mit wenig Einkommen und kleiner Rente bedeutet!”, so eine Frau. “Niemand weiß, wie viel das kosten wird. Es wäre gut, wenn sie das zumindest schrittweise gemacht hätten.”

Doch die Reformen, nicht nur zum Gaspreis, sind beschlossen. Das Parlament stimmte im zweiten Anlauf für mehrere Gesetzespakete mit den vom IWF verlangten Sparmaßnahmen. Diese sehen Steuerhöhungen, Subventionskürzungen und Entlassungen vor.

Dazu unsere Korrespondentin Angelina Kariakina in Kiew:
“Die schon für Mai geplanten steigenden Gaspreise könnten zu einem allgemeinen Preisanstieg und zu Unmut in der Bevölkerung führen. Die Regierung hat allerdings Hilfen, vor allem für Geringverdiener, versprochen.”