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Der Konkurrent belebt das Geschäft: Microsoft-Office im App-Store

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Der Konkurrent belebt das Geschäft: Microsoft-Office im App-Store

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Microsoft bietet künftig sein Office-Paket
auch für das iPad seines Konkurrenten Apple an – ein einschneidender Strategiewechsel. Ab sofort sind die Textverarbeitung Word, die Tabellen-Software Excel und das Präsentationsprogramm PowerPoint im App Store von Apple verfügbar.

Man peile einen neuen Kurs an, so der frischgebackene Microsoft-Chef Satya Nadella, Ziel sei „eine Cloud für jeden auf jedem Gerät”.

Nutzer können die Office-Programme kostenlos auf ihr iPad herunterladen – wer allerdings Dateien auch bearbeiten will, braucht ein Abo von Microsofts Cloud-Dienst (Office 365). In Deutschland kostet das Programmpaket Office 365 Home Premium 10 Euro im Monat und
99 Euro für ein Jahr.

Microsoft dominiert mit seiner
Windows-Software nach wie vor im PC-Markt, aber Personal Computer verlieren konstant Marktanteile, im vergangenen Jahr wurden fast fast 10 Prozent weniger ausgeliefert. Für IBM-PCs hatte Microsoft vor gut 30 Jahren das Betriebssystem MS-DOS entwickelt. Gleichzeitig wurden 2013 die Hälfte mehr Tablets ausgeliefert, die Domäne von Apple International Data Corp. (IDC)).

Bei Smartphones und Tablets hinkt Microsoft den Marktführern Samsung und Apple weit hinterher und hofft, mit dem Kauf des Handy-Riesen Nokia aufholen zu können.

Technologie-Experte J.P. Eggers, Stern School of Business, New York:

“Irgendwie geht es um den Abschied vom Alten. Die Anwendungsprogramme waren mal das Erbgut von Microsoft – und herzugehen und zu sagen: Seht her wir gehen zurück zu den Ursprüngen, zur Office-Suite (einer Zusammenstellung gebräuchlicher Software für Arbeiten im Büro). Das ist als würde man eines seiner Kinder fördern und die anderen nicht. Ohne den Versuch, sie zusammenzuhalten, wie das in den letzten 20 Jahren üblich war.”

Microsoft hatte seit dem iPad-Start vor rund vier Jahren darauf verzichtet, die vor allem in Unternehmen oft benutzten Office-Programme für iPads verfügbar zu machen. Die Lücke füllten bisher Apple mit eigener Software und viele andere Anbieter von Apps mit ähnlichen Funktionen aus.

Nicht nur, dass nun von den App-Gebühren 30 Prozent an Erzrivalen Apple gehen – das neue Angebot dürfte auch die Attraktivität des hauseigenen Tablets Surface kräftig schmälern.

Die Microsoft-Tablets sind seit 2012 auf dem Markt. Die Verfügbarkeit von Office war eines von Microsofts Argumenten für die Geräte. Allerdings verkaufen sich die Surface-Tablets bisher eher schleppend.

su mit dpa