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Frankreich: Rechtsruck bei zweiter Kommunalwahlrunde erwartet

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Frankreich: Rechtsruck bei zweiter Kommunalwahlrunde erwartet

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Bei der zweiten Runde der Kommunalwahlen in Frankreich wird in vielen Städten ein Rechtsruck erwartet. Bereits der erste Wahlgang endete schmerzlich für die regierenden Sozialisten und die linken Parteien. Das Lager erreichte ein Ergebnis von 38,2 Prozent. Die konservativen Parteien kamen auf 46,4 Prozent der Stimmen. Erfolgreich war auch die rechtsextreme Front National von Parteichefin Marine Le Pen. In 300 Gemeinden können ihre Kandidaten am Sonntag erneut antreten. Die Partei war nur in 540 ausgewählten Gemeinden angetreten und kam landesweit auf 4,7 Prozent der Stimmen.

In der Hauptstadt Paris lagen die Kandidatinnen fast gleichauf. Die konservative Politikerin Nathalie Kosciusko-Morizet, kurz NKM genannt, landete mit 35,6 Prozent überraschend vor ihrer sozialistischen Kontrahentin Marie Hidalgo, die 34,4 Prozent der Stimmen holte.

Doch Paris ist nicht Frankreich: Der sozialistische Präsident muss auf die Schlappe reagieren, meint Frederic Dabi vom Meinungsforschungsinistut Ifop. “Wenn die linken Parteien auch ihre Bastionen wie Toulouse oder Straßburg verlieren und für den unwahrscheinlichen Fall, dass es in Paris (mit dem Sieg von NKM, Anm. d. Red.) eine Überraschung gibt, dann kann François Hollande sich nicht nicht bewegen”, so Dabi. “Ob das dann zum Austausch des Premiers führt, kann noch niemand sagen.”

Die Schlappe für die Linken wird vor allem der Politik von Präsident François Hollande angekreidet. Schon in der kommenden Woche könnte er mit Blick auf die Europawahlen sein Kabinett umbilden. Der blasse Premierminister Jean-Marc Ayrault gilt als angeschlagen. Als möglicher Nachfolger wird häufig Innenminister Manuel Valls genannt.