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Kommunalwahlen: Desaster für Hollandes Sozialisten

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Kommunalwahlen: Desaster für Hollandes Sozialisten

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Bei den Kommunalwahlen in Frankreich haben die regierenden Sozialisten eine herbe Niederlage einstecken müssen. Sie verloren rund 150 Städte an die Konservativen. Die Mobilisierung sozialistischer Wähler in der zweiten Runde trat nicht ein. Statt sich massiv an dem zweiten Wahlgang zu beteiligen, blieben sogar noch mehr Wähler den Urnen fern. Für Professor Dominique Moisi ist der große Verlierer dieser Wahlen die Demokratie: “An die 40 Prozent der französischen Bürger haben sich enthalten, das mehr als je zuvor in der Geschichte der Kommunalwahlen in der fünften Republik in Frankreich.”

Grund zur Freude hat die Front National von Marine Le Pen. Ihre Partei stellt künftig in 11 Städten den Bürgermeister. Sie legte nicht nur im Süden, sondern auch im Norden und Osten des Landes zu, wo die Arbeitslosigkeit hoch ist. “Die Politik wird sich nicht ändern, denn in Wahrheit handelt es sich um einen von Brüssel festgelegten Kurs. François Hollande entscheidet nicht, genauso wenig wir Nicolas Sarkozy vor ihm. Brüssel ist der Meinung, dass wir eine Sparpolitik einhalten müssen, koste es was es wolle, ähnlich wie Griechenland, Spanien und Italien und das ist es, was Hollande derzeit macht,” so Marine Le Pen.

Der schwer angeschlagene Präsident François Hollande wird sich heute Abend im Fernsehen an die Franzosen wenden. Experten rechnen mit einer raschen Regierungsumbildung, Premierminister Jean-Marc Ayrault wird wahrscheinlich ersetzt.