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Krim-Besuch: Medwedew verspricht Geld aus Moskau

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Krim-Besuch: Medwedew verspricht Geld aus Moskau

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Der russische Ministerpräsident Dimitri Medwedew hat der Krim weitere finanzielle Hilfe aus Moskau in Aussicht gestellt. Der Regierungschef ist in Begleitung einer großen Delegation überraschend zu Gesprächen auf die vor zehn Tagen offiziell von Moskau annektierte Halbinsel gereist.

Dort kündigte Medwedew die Errichtung einer Sonderwirtschaftszone mit Steuerleichterungen für Investoren an. Der Bevölkerung versprach er Rentenerhöhungen und Investitionen in die Infrastruktur. “Durch die Aufnahme der Krim in die Russische Föderation hat niemand etwas verloren, sondern nur gewonnen”, so der Putin-Vertraute. “Genau das erwarten die Menschen von uns: dass wir dafür sorgen, dass sie ein ruhiges und würdiges Leben führen können, dass ihre Zukunft gesichert ist und dass sie das Gefühl haben, zu einem starken Land zu gehören.”

Medwedew ist der bisher ranghöchste Kreml-Angehörige, der die Krim besucht. Bei dem Treffen mit der moskautreuen Führung der Halbinsel in Sewastopol soll es um eine weitere Integration der Krim in russische Strukturen gehen. Auf dem Plan stehen Gespräche über die soziale und ökonomische Entwicklung des neuen Föderationsmitgliedes.

Russische Truppen halten die Krim seit Wochen besetzt. In einem umstrittenen Referendum hatte die Bevölkerung für einen Anschluss der bis dato ukrainischen Halbinsel an Moskau gestimmt. Kiew, die EU und die USA kennen das Ergebnis nicht an.

US-Außenminister John Kerry forderte bei einem Treffen mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow den Rückzug der russischen Truppen von der ukrainischen Grenze. Dieser dementierte, dass Moskau in die Ukraine einmarschieren wolle. Das gestrige Krisengespräch in Paris brachte erneut keinen Durchbruch. Man habe unterschiedliche Ansichten zur Entstehung der Ukraine-Krise, so Lawrow, suche jedoch weiter nach gemeinsamen Berührungspunkten zur Lösung der Lage in der Ukraine.