Eilmeldung

Eilmeldung

Mehrzahl der Ungarn will von "Regierungswechsel" nichts wissen

Sie lesen gerade:

Mehrzahl der Ungarn will von "Regierungswechsel" nichts wissen

Schriftgrösse Aa Aa

Eine Woche vor den Parlamentswahlen in Ungarn stemmt sich die Opposition
mit Großdemonstrationen gegen die Übermacht der konservativen Regierung.

Denn ein Großteil des Landes ist mit deren Kurs offenbar zufrieden. Umfragen zufolge wollen gut die Hälfte der ungarischen Wähler erneut für die regierende Fidesz-Partei unter Viktor Orbán stimmen.

Das Zweckbündnis aus vier linken Parteien, dass sich unter dem Namen “Regierungswechsel” dem Sturz Orbáns verschrieben hat, kommt dagegen nur auf rund 20 Prozent.

“Diese Regierung, Viktor Orbán will ein neues Einparteiensystem, einen neuen Einparteienstaat”, so Attila Mesterházy, Vorsitzender der sozialistischen Partei MSZP und Spitzenkandidat des Bündnisses auf einer Großveranstaltung in Budapest. “Wir werden das nicht zulassen, weil wir an die ungarische Republik glauben, an die Demokratie, den Rechtsstaat, das moderne europäische Ungarn.”

Die Teilnehmer der Oppositionsveranstaltung beklagen, dass die Politik Orbáns dem Rand der Gesellschaft zusetze. “Mehr und mehr Statistiken zeigen, dass Millionen Menschen unterhalb der Armutsgrenze leben. Wir müssen das ändern”, meint eine Frau. Eine weitere klagt: “Die letzten vier Jahre haben meine Familie ruiniert. Die Regierung hat die Demokratie abgeschafft, meinem Enkel haben sie mit den Studiengebühren die Chance genommen, zu lernen.”

euornews-Reporterin Andrea Hajagos: “Zehntausende kamen zur Demonstration des linken Bündnisses. Aber es waren immer noch weniger, als am Samstag zu einer Kundgebung der Regierung geströmt waren. Zudem ist der rechte Flügel in Ungarn erfahrungsgemäß besser darin, die Menschen zu mobilieren – deswegen könnte das Wahlergebnis am 6. April noch deutlicher ausfallen.”