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20 Jahre nach Völkermord in Ruanda: Konferenz in Brüssel sucht Mittel zur Vermeidung

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20 Jahre nach Völkermord in Ruanda: Konferenz in Brüssel sucht Mittel zur Vermeidung

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Vor genau 20 Jahren begann der Völkermord in Ruanda, doch die Teilnehmer einer Konferenz in Brüssel waren nicht nur gekommen, um der Opfer zu gedenken. Die rund 500 Politiker, Forscher und Menschenrechtler kamen, um Ansätze zu suchen, mit denen sich Katastrophen wie die in Ruanda vermeiden lassen.

Der belgische Außenminister Didier Reynders: “Lassen sie uns dieses Engagement nun in konkrete Taten umsetzen um Genozid zu vermeiden, oder noch besser, um ihn zu ächten. Das schulden wir den Opfern und ihrem Andenken.” Als Ansätze werden Methoden wie die systematische Vermittlung von Werten des friedlichen Zusammenlebens in Schulen diskutiert.

Spannungen zwischen den Volksgruppen der Tutsi und Hutu entluden sich 1994 in einer dreimonatigen Welle der Gewalt. Dabei starben etwa 800.000 Tutsi und gemäßigte Hutu. Auslöser war die Ermordung des ruandischen Präsidenten und Hutu Juvenal Habyarimana beim Abschuss seines Flugzeugs durch eine Rakete. Die Leibgarde des Präsidenten beschuldigte die Tutsi und setzte so den Völkermord durch die Hutu mit in Gang.

Mehrere beteiligte hochrangige Hutu sind inzwischen wegen Aufstachelung zum Völkermord verurteilt. Laut einem Bericht des französischen Untersuchungsrichters Marc Trévidic aus dem Jahr 2012 könnte die Rakete auch von Hutu selbst gestammt haben.