Eilmeldung

Eilmeldung

Verzweifelte Armenier fliehen vor der Gewalt des syrischen Bürgerkriegs

Sie lesen gerade:

Verzweifelte Armenier fliehen vor der Gewalt des syrischen Bürgerkriegs

Schriftgrösse Aa Aa

In der syrischen Hafenstadt Latakia an der Grenze zur Türkei haben sich Oppositionelle und Regierungstruppen erneut erbitterte Gefechte geliefert. Aus dem Ort Kasab, etwa 60 Kilometer nördlich von Latakia gelegen, flüchteten viele dort lebende Armenier vor der Gewalt des Bürgerkriegs in eine Kirche in Latakia. Sie haben Angst vor der Opposition. Die armenischen Christen fürchten vor allem die islamistischen Rebellen.

Siran Demirchian sitzt in der Kirche auf dem Boden und weint. Sie sagt: “Wir ließen unser Hab und Gut zurück. Wir haben nur noch die Kleider, die wir am Leibe tragen.”

Satik Titizian meint: “Ich weiß nicht, wo mein Mann ist. Ich habe zwei Kinder. Er sagte noch zu mir, flieh, bring die Kinder in Sicherheit.”

Gevorg Nazarian erklärt: “Wir haben uns ein Jahr lang gegen die Gewalt der Islamisten gewehrt. Wir haben unseren Ort verteidigt. Wir hatten unsere Bürgerwehren. Aber jetzt werden die Oppositionellen auch noch von der Türkei unterstützt. Da hatten wir keine Chance mehr.”

Das Mädchen Syuzi Bendezian sagt: “Wir hatten furchtbare Angst, dass die Männer uns vergewaltigen und von unseren Eltern fortreißen würden, dass sie uns mitnehmen und immer wieder vergewaltigen würden.”

Stepan Shegukian erzählt: “Die Rebellen, die unseren Ort angriffen, waren meist Türken und Tschetschenen. Sie nahmen mich gefangen und fragten mich: Bist Du Moslem? Ich sagte, ich sei Armenier. Da wollten sie mich töten. In dem Augenblick schossen Männer von unserer Bürgerwehr auf sie und ich konnte entkommen.”

Der blutige Konflikt in Syrien hat nach Angaben von Menschenrechtlern in den vergangenen drei Jahren mehr als 150.000 Menschen das Leben gekostet. Die Vereinten Nationen (UN) sehen sich inzwischen außerstande, seriöse Schätzungen zur Zahl der Opfer des Bürgerkrieges zu veröffentlichen.