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Gelingt in Paris, was in Berlin funktioniert?

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Gelingt in Paris, was in Berlin funktioniert?

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Zwei Männer teilen sich künftig das Wirtschafts- und Finanzministerium. Mit vereinter Kraft soll so das Land wieder auf die Beine gebracht werden. Neuer Wirtschaftsminister wird Arnaud Montebourg, der bekannt für seine provokanten Äußerungen ist. Michel Sapin ist der andere Politiker, der das Land retten soll. Er wird Finanzminister- und Haushaltsminister. Es ist das erste Mal seit dem Zweiten Weltkrieg, dass es für Wirtschaft und Finanzen jeweils einen Minister gibt.

Montebourg präsentierte sich in der Vergangenheit offen als Protektionist und beschuldigte die EU, die Erholung der Wirtschaft mit Sparmaßnahmen zu erwürgen. Für Aufmerksamkeit sorgte er mit seiner “Made in France”-Werbekampagne. Auf Plakaten posierte der 51-Jährige mit in Frankreich hergestellten Produkten. Sein Amt umfasst auch die Aufsicht der Industrie und Digitalwirtschaft.

Um den Haushalt kümmert sich künftig Sapin, der bisher Arbeitsminister war und als enger Vertrauter von Hollande gilt. Das Resort hat er schon einmal geleitet, von 1992 bis 1993. Der 61-jährige bekennende Sozialdemokrat tritt ein schweres Erbe an. Das Haushaltsdefizit ist hoch und er muss die Defizitauflagen der EU einhalten. Seine erste Mission lautet: mit Brüssel einen Aufschub für die Reduzierung des Haushaltsdefizites von 50 Milliarden Euro zu vereinbaren. Ein Finanzminister und ein Wirtschaftsminister: Was in Berlin funktioniert, wird es auch in Paris gelingen?