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Von Dada bis heute

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Von Dada bis heute

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Der Berliner Martin-Gropius-Bau lädt zur Wiederbegegnung mit einem zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Kunstpionier, dem Maler, Filmemacher, Schriftsteller und Dada-Mitbegründer Hans Richter. Es ist die erste Retrospektive des einst von den Nazis verfemten Künstlers in seiner Heimatstadt Berlin seit 30 Jahren. Unter dem Motto “Begegnungen – Von Dada bis heute” sind rund 150 Bilder, Skulpturen und Filme von Richter zu sehen, sowie 50 Werke von Künstlern, die er beeinflusst hat.

Timothy Benson, Kurator: “Was ihn von anderen Künstlern unterschied war, dass er sich nicht mit einem bestimmten Stil zufriedengab. Er ging Wagnisse ein, ganz gleich, in welche Richtung es ihn treiben würde.”

Richter experimentierte mit dem noch jungen Medium Film, arbeitete mit anderen Avantgardekünstlern wie Man Ray, Jean Cocteau und Marcel Duchamp. Von den Nazis verfolgt, wurden seine Werke 1937 in der berüchtigten Ausstellung “Entartete Kunst” gezeigt. Er selbst konnte 1941 in die USA emigrieren. Die Schau ist eine Art eine posthume Rückkehr des Künstlers in seine Heimatstadt.

Timothy Benson, Kurator: “Er hier so viel vollbracht. Hier wurde er geboren, radikalisierte seine Kunst. Hier ganz in der Nähe drehte er seine ersten abstrakten Filme in einem Vorort von Berlin. Selbst 1932, schon von den Nazis verfolgt, kam er kurz nach Berlin. Vieles bei Richter hat mit Berlin zu tun, insofern ist das schon eine Art Heimkehr.”

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Los Angeles County Museum of Art und dem Centre Pompidou Metz. Sie geht bis zum 30. Juni.