Eilmeldung

Eilmeldung

Wie kann die EU ihre Energieabhängigkeit von Russland loswerden?

Sie lesen gerade:

Wie kann die EU ihre Energieabhängigkeit von Russland loswerden?

Wie kann die EU ihre Energieabhängigkeit von Russland loswerden?
Schriftgrösse Aa Aa

Von dieser Europareise bringt der US-Präsident ein ganz besonderes Geschenk heim. Das von der amerikanischen Wirtschaft angestrebte Freihandelsabkommen, das bisher in Europa auf so wenig Gegenliebe stösst, könnten die EU-Staaten am Ende aus reiner Not heraus akzeptieren. Aus Energie-Not. Damit ihnen die USA mit Energieträgern aushelfen, müssten sie ihren Widerstand gegen den Import gen-veränderter Lebensmittel aus den USA aufgeben. Präsident Obama stellte sachlich fest, nun müsste Europa neue Wege für seine Energiepolitik finden, um einseitige Abhängigkeit zu vermeiden. Und da böten sich die Vereinigten Staaten an.
Das angebotene amerikanische Gas würde zum Teil ein Fracking-Produkt sein, gewonnen durch das Aufsprengen einer Schieferschicht im Boden.
Eine als gefährlich geltende Methode, gegen die sich in der EU zahlreiche Bürgerinitiativen wehren.
Die EU insgesamt bezieht zur Zeit 40 Prozent ihres Erdgases aus Russland und 20 Prozent ihres Erdöls. Zu 100 Prozent auf russische Gaslieferungen angewiesen sind Finnland, Bulgarien und die Slowakei. Zwischen 60 und 80 Prozent liegt die Abhängigkeit bei Polen, Tschechien, Ungarn, Griechenland und Österreich.
Bei Frankreich, Italien und Deutschland liegt sie zwischen 20 und 40 Prozent. Die letzte Lieferkrise vom Winter 2009, als Russland auch Streit mit dem Transitland Ukraine hatte, hat man in der EU noch nicht vergessen. Damals hatte Gazprom einfach den Hahn zugedreht, was in so hochgradig abhängigen Ländern wie Bulgarien zu katastrophalen Folgen führte. Seither wurden schon andere Lieferwege eingeweiht. Zuerst die durch die Ostsee direkt von Russland nach Deutschland führende Gasleitung “Nordstream”. Sie gehört “Gazprom”. An deren Lieferwegen wird noch gebaut. Unter dem Namen “South Stream” soll eine Pipeline russisches Gas durch das Schwarze Meer nach Europa leiten. Die einzige nicht von Russland abhängige Leitung, für die sich die EU stark gemacht hatte, sollte unter dem Namen “Nabucco” Gas aus Mittelasien liefern. Das Projekt gilt inzwischen als gescheitert. Und wie sollte das amerikanische Gas angeliefert werden? Verdichtet zu Flüssiggas? Dann müssten dafür neue Anlagen gebaut werden. Hilfreich für EU-Staaten wäre es bestimmt, untereinder vernetzt sein, bei Bedarf einander mit Energieträgern aushelfen zu können.