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Internationales Theatertreffen in Budapest

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Internationales Theatertreffen in Budapest

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Budapest feiert sein 34. Frühlingsfestival mit einem besonderen Leckerbissen für Theaterfreunde. Das Internationale Theatertreffen zeigt zwanzig Produktionen aus dreizehn Ländern. Das von und im ungarischen Nationaltheater organisierte Treffen ist dem ungarischen Dramatiker und Dichter Imre Madách gewidmet. Es ist kein Festival mit Wettbewerb, sondern vielmehr ein Ort der Begegnung und des Austauschs, betont der Leiter des Treffens, András Kozma.

“Wir wollten dem Publikum und den Teilnehmern aufregende Theatervorführungen vorstellen. Viele Ensembles sind zum ersten Mal in Budapest. Es gab vorher bereits Theatertreffen mit Gästen aus den Nachbarstaaten. Aber diesmal haben wir Gruppen eingeladen, die zum Teil von weit herkommen. Zum Beispiel aus Georgien und Bulgarien, wir haben das tatarische Staatstheater und das irakische Nationaltheater zu Gast, auch das Staatstheater in Ankara.”

“Camp”, das Stück des irakischen Nationaltheaters, thematisiert die Gefühle der Menschen nach dem Krieg. Im Zentrum der Handlung stehen ein Mann und eine Frau, die Schlimmstes erlebt haben und im Exil leben. Er will in die Heimat zurück, sie nicht.

Labwa Arab wurde für ihre Darbietung auf dem Internationalen Theaterfestival in Bagdad mit dem Preis für die beste Schauspielerin geehrt.

Die Rolle verlangte intensive Recherchen, sagt sie.

Labwa Arab: “Ich habe viele Videos gesehen und mit Frauen gesprochen, die mir Einblick in ihre Gefühle gaben. Das war sehr intensiv.
Noch heute fühle ich mich bei den Proben, und wenn ich darüber nachdenke, sehr angespannt, denn es sind viele starke Emotionen, für mich ist es eine große Verantwortung, sie angemessen darzustellen. “

Russland ist Ehrengast des Budapester Theatertreffens. Eigens aus St Petersburg angereist ist die Truppe des illustren Alexandrinski Theaters ist mit dem Stück “The Zero Liturgy”, basierend auf Dostojewskis Roman “Der Spieler”.

“Ich sehe, dass dem russischen Theater große Aufermerksamkeit zu Teil wird”, sagt der Direktor des Alexandrinski Theaters Valeri Fokin. “Unsere Truppe ist 258 Jahre alt, eines der ältesten Theater in Europa, das erste Nationaltheater in Russland. Die lange Tradition ist eine wichtige Grundlage, aber Theater ist kein Museum. Wir müssen frisch und lebendig bleiben, darum geht es beim Theatermachen.”

GOGOL.REVISOR” heißt die Performance einer anderen russischen Theaterinstitution, des Künstlertheaters Moskau, eine moderne Umsetzung der Komödie “Der Revisor” von Nikolai Gogol.

Für viele Studenten und angehende Schauspieler im Publikum, wie zum Beispiel Sándor Brettyanán, sind die Aufführungen eine wichtige Anregung. “Russische Schauspieler haben eine andere Bühnensprache. Für uns ist das eine interessante Inspirationsquelle. Dem Anderen zuzuschauen ist die Grundlage der Kreativität.”

Neben Valerij Fokin werden Regiegrößen wie Anatoli Vassiliev und Viktor Rizsakov erwartet, auch der Franzose Claude Régy und der norwegische Theaterautor Jon Fosse.

Das Theatertreffen im Budapester Nationaltheater geht noch bis zum 7. April 2014.