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Armut in Afghanistan: Hoffnung auf Präsidentenwahl

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Armut in Afghanistan: Hoffnung auf Präsidentenwahl

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Unmittelbar vor der Präsidentschaftswahl in Afghanistan hoffen mehrere Millionen Afghanen auf eine bessere Zukunft. Die Abstimmung am Samstag markiert den ersten demokratischen
Machtwechsel in der Geschichte des von Armut geprägten Landes. An den Nachfolger des scheidenden Präsidenten Hamid Karsai sind nicht nur in der Hauptstadt Kabul hohe Erwartungen geknüpft.

“Wir als notleidende Menschen sollten einen Präsidenten mit einem guten Charakter wählen,” meint dieser Bewohner Kabuls. “Einen weisen Mann, der nicht in dunkle Machenschaften verstrickt ist. Einen Mann, der Afghanistan dienen möchte.”

Viele Afghanen sind – abseits der raren Wohlstands-Oasen für Touristen und Besserverdienende – des Alltags müde und beklagen militante Attacken, schwerwiegende Infrastrukturprobleme sowie die allgemeine politische Instabilität.

Fast achtzig Prozent der Einwohner leben unterhalb der Armutsgrenze. Besonders groß ist die materielle Not im Süden Afghanistans. Deshalb zieht es viele Familien in die Hauptstadt Kabul oder noch weiter nördlich.
Die Sicherheitslage hier halten sie für weniger bedenklich als in ihren Heimatregionen. Die Alltagsprobleme gleichen sich aber oft.

“Das Hauptproblem hier ist die Wasserversorgung,” schildert dieser Flüchtling. “Es gibt einfach nicht genug Wasser. Wenn wir heute ausreichend Wasser zur Verfügung haben, dann fehlt es uns mit Sicherheit im nächsten Monat.”

Den Kampf um die tägliche und lebensnotwendige Ration Trinkwasser bekommen bereits Kinder hautnah zu spüren. An unbeschwertes Aufwachsen ist in Kabul kaum zu denken. Dies dürfte sich auch nach der Präsidentenwahl am Samstag nicht schlagartig ändern.

“Mehrere zehntausend Menschen leben hier in diesem Stadtviertel von Kabul,” schildert der Euronews-Reporter in der afghanischen Hauptstadt. “Für sie gibt es keine regelmäßige Wasser – oder Stromversorgung, es bleibt nur der Griff zu Kanistern. Wasser gibt es maximal für ein paar Stunden pro Tag. Die Menschen hier hoffen auf mehr Beachtung durch den künftigen Präsidenten und auf bessere Lebensumstände.”