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Gefährliche Ebola-Epidemie in Westafrika


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Gefährliche Ebola-Epidemie in Westafrika

Die Quelle des aktuellen Ebola-Ausbruches in Guinea ist unbekannt. Bisher sollen mindestens 137 Menschen erkrankt und von diesem wenigstens 86 gestorben sein. Die Krankheit wird durch Körperflüssigkeiten übertragen. Das kleinste Tröpfchen kann tödlich sein. Ist das hämorrhhagische Fieber erst einmal ausgebrochen, endet es zumeist mit innerlichem Verbluten. Der Arzt Michel van Herp von den “Ärzten ohne Grenzen”
spricht von einer Epidemie, wie man sie bisher nicht erlebt habe. Und zwar sowohl was die Zahl der Fälle wie auch das Verbreitungsgebiet betreffe. Ebola beginnt scheinbar harmlos. Bei Kopfschmerzen und Fieber denk man zuerst an Grippe oder Malaria. Wenn dann das Blut aus Nase und Ohren rinnt, ist es bereits zu spät. Die Todesrate liegt zwischen 50 und 90 Prozent. Der Arzt erklärt, diesmal handele es sich wohl um ein Ebola-Virus vom Stamm “Zaire”, der neun von zehn Infizierten töte.

Aus Zaire – heute “Demokratische Republik Kongo”- hat die hochansteckende Krankheit auch ihren Namen. Dort wurde sie am Fluß Ebola 1976 erstmals identifiziert. Als man daraufhin einen in dieser Region 1972 an einem damals nicht zu erklärenden Fieber verstorbenen Arzt obduzierte, fanden die Wissenschaftler auch bei ihm Ebolaviren. Diese müssen also schon 1972 von Tier auf Mensch übergesprungen sein.

Dieser Ausbruch wird wegen der raschen Ausbreitung auf mehrere westafrikanische Länder als besonders gefährlich angesehen. Ebola kommt ähnlich wie Aids aus dem tropischen Regenwald. Durch “Buschfleich”, also Affen, Fledermäuse, Flughunde, die verzehrt wurden, haben sich Menschen erstmals angesteckt. Fledermäuse sieht der Direktor des kongolesischen Forschungszentrums, Professor Jean-Jacques Muyembe, auch diesmal als “Schuldige”. Die Menschen können sich nach seiner Erfahrung nur durch strikte Hygiene und Isolierung der Kranken schützen. Denn es gibt weder ein vorbeugende Impfung noch ein Medikament gegen die einmal ausgebrochene Krankheit.

Seit der Entdeckung vor 38 Jahren gab es weltweit rund 1.600 Todesfälle. Zu wenige, um für die Pharmaindustrie die Forschung lukrativ erscheinen zu lassen. Zwar forschen so wie Professeur Muyembe auch andere Wissenschaftler weltweit. Aber bisher hat es noch kein Mittel bis in klinische Studien geschafft. Ein Virologe warnt hier vor verfrühter Schelte der “geldgierigen” Pharmaindustrie und rechnet vor: Damit ein Medikament den klinischen Test bestehe, müsse es an mindestens einhundert Menschen erprobt werden. Eine in diesem Falle höchst gefährliche Testreihe! Da dränge sich schon die ethische Erwägung auf, ob es vertretbar sei, hundert Probanden in Lebensgefahr zu bringen, um etwa einmal alle drei Jahre vielleicht einhundert Menschen zu schützen.

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