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"The Iran Job" - Ein US-Basketballer im Iran


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"The Iran Job" - Ein US-Basketballer im Iran

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Von einer Begegnung der ganz besonderen Art erzählt die Dokumentation “The Iran Job” des deutsch-amerikanischen Regisseurs und Schauspielers Till Schauder. Er begleitete den US-amerikanischen Profi-Basketballer Kevin Sheppard, der 2008 eine Saison lang bei einem iranischen Verein unter Vertrag stand, also auf dem Höhepunkt der internationalen Spannungen zwischen Washington und Teheran. Schauder drehte ohne Erlaubnis der iranischen Behörden mit quasi Null Budget.

Till Schauder: “Das heißt, der ganze Film ist unter dem Radar entstanden. Das war technisch natürlich schwierig, weil ich keinen Tonmann dabei hatte und viel improvisieren musste. Aber für den Film war es im Endeffekt gut, weil ich dadurch natürlich viel intimeren Zugang zu den Charakteren gefunden habe.”

Kevin Sheppard wird angeheuert, um dem Verein der Stadt Schiras den Einzug in die iranische Superleague zu ermöglichen. Ein Amerikaner im Iran, auf den ersten Blick eine Undenkbarkeit. Doch im vermeintlichen Reich des Bösen wird der Sportprofi gefeiert wie ein Star, allen politischen und sprachlichen Hindernissen zum Trotz.

Till Schauder: “Über diese politische bis zur kulturellen aber auch der sozialen Komponente ist eigentlich alles anders gewesen, als er dachte. Und das, was ihm als Erstes auffiel, ist, dass die Leute unglaublich warm und gastfreundlich sind und ihn mit offenen Armen aufgenommen haben und er zum Beispiel auch keinen Rassismus oder so etwas gespürt hat, weil er Schwarzer ist.”

Im Iran lernt Sheppard auch drei Basketball-begeisterte Frauen kennen, mit denen er offen über Politik, Religion und Geschlechterrollen diskutiert. Besonders intensiv ist der Austausch mit der Physiotherapeutin Hilda. Die junge Frau lebt heute in London und darf nicht mehr in den Iran zurück. Warum, kann sie vor der Kamera nicht erklären.

Hilda: “Ich möchte lieber nicht darüber sprechen. Alles, was sagen kann, ich darf nicht mehr zurück.”

Finanziert wurde der Film letztlich durch Crowdfunding, auf Kickstarter kamen die für die Fertigstellung nötigen 100 Tausend Dollar zusammen. “The Iran Job” ist in den USA in einigen Kinos angelaufen. Er steht außerdem auf der Streaming-Plattform Netflix zum Download bereit.

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