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Fünfter Jahrestag des Erdbebens von L`Aquila

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Fünfter Jahrestag des Erdbebens von L`Aquila

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Am fünften Jahrestag des verheerenden Erdbebens im italienischen L`Aquila ist die Hauptstadt der Region Abruzzen noch weit von einer Rückkehr zur Normalität entfernt. Etliche beschädigte Gebäude werden immer noch saniert, bis zu 23.000 Einwohner leben seit dem 6. April 2009 in Behelfsunterkünften. Bei dem Erdstoß kamen 309 Menschen ums Leben.

“Es ist traurig, sogar sehr traurig,” sagt dieser Einwohner. “Hier waren viele Geschäfte, jetzt ist L`Aquila eine Geisterstadt.”

Achteinhalb Milliarden Euro hat der italienische Staat zum Wiederaufbau zur Verfügung gestellt. Auch Hilfsgelder der EU sind geflossen. Allerdings zu oft in dunkle Kanäle statt in die notwendigen Sanierungsarbeiten, meint Journalist Giuseppe Caporale:

“Nach Ermittlungen der Justiz hat der stellvertretende Bürgermeister 10000 Euro als Weihnachtsgeschenk erhalten – in bar und in einer Geschenkverpackung für eine Flasche Grappa. Sobald Bestechung im Spiel ist, steigen die Baukosten um 30 oder 40 Prozent. Und dann werden die Arbeiten noch nicht einmal fachgerecht ausgeführt.”

Immerhin haben 43.000 Einwohner Domizile in einem Neubaugebiet abseits des Zentrums gefunden. Zu Preisen, die nach EU-Angaben mindestens 150 Prozent über dem Marktwert liegen. Bis die historische Altstadt wiederaufgebaut ist, werden womöglich noch fünf weitere Jahre in L`Aquila vergehen.