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Ukraine akzeptiert russische Gaspreis-Forderung nicht

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Ukraine akzeptiert russische Gaspreis-Forderung nicht

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Der staatliche russische Energiekonzern Gazprom hat von der Ukraine die Erstattung des gesamten Rabatts gefordert, der über vier Jahre hinweg für russische Gaslieferungen gewährt wurde. Als Grund nannte Gazprom-Chef Alexej Miller die Aufhebung eines Abkommens zur Nutzung eines Flottenstützpunktes auf der Krim. Im Gegenzug hatte Russland die Gaslieferungen rabattiert.

“8,3 Milliarden Euro beträgt die Summe, die die russische Regierung von der Ukraine nicht erhalten hat und die sie jetzt fordert,” sagte Miller im russischen Fernsehen. “Dieser Betrag entspricht einer Vorauszahlung Russlands für die Nutzung der Halbinsel Krim als Stützpunkt für die russische Schwarzmeerflotte. Die Zahlung ist nach der Eingliederung der Krim in die russische Föderation hinfällig geworden.”

Die ukrainische Regierung will die massiv erhöhten russischen Preise für Gas nicht zahlen und kündigte an, Gazprom vor einem internationalen Schiedsgericht zu verklagen, weil der Monopolist Preisverhandlungen verweigere.

Regierungchef Arseni Jazenjuk:
“Die Forderung ist kein ökonomischer, sondern ein politischer Preis.
Russland ist eine Invasion in die Ukraine durch die Armee nicht gelungen. Jetzt versucht die russische Regierung, durch wirtschaftliche Aggression die Ukraine einzunehmen und die Gaslieferungen als Druckmittel einzusetzen.”

Gazprom erhöhte vergangene Woche den Preis für Gaslieferungen um rund 80 Prozent und begründete den Schritt mit Milliardenschulden der Ukraine und dem Wegfall des Sonderrabatts für die Nutzung der Krim. Bereits in der Vergangenheit hat Moskau Gas wiederholt als Druckmittel gegen die Ukraine genutzt.