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Cohn-Bendit geht in Ruhestand

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Cohn-Bendit geht in Ruhestand

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Nach 20 Jahren verabschiedet sich Daniel Cohn-Bendit aus dem Europäischen Parlament. Europas Grünen sagten ihm mit einem Kongress in Brüssel bye-bye. Zum Abschied legte der Co-Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Europaparlament noch einmal seine europa-politische Überzeugung dar.

“Ich glaube, dass wir es schaffen können, ein föderales Europa weiterzuentwickeln. Wir brauchen ein föderales Europa angesichts der Globalisierung. Wir brauchen mehr Europa, ein Europa, das in der Lage ist, der Globalisierung etwas entgegenzusetzen. Und das werden wir, könnten wir in den nächsten Jahren aufbauen.”

Cohn-Bendit war einer der Führer der Studentenrevolte in Paris 1968. Nach seiner Ausweisung aus Frankreich war er in der deutschen Außerparlamentarischen Opposition aktiv und stieß später zu den Grünen. Zusammen mit seinem Freund Joschka Fischer war er ein wichtiger Vertreter des Realo-Flügels. 1994 zog er ins Europaparlament ein, zunächst als deutscher, anschließend dann als französischer Abgeordneter.

“Daniel Cohn-Bendit ging es nie um die Macht, nie um Ämter oder um eine politische Karriere. Das war 1968 schon so, als er Studentenführer in Frankreich gewesen ist und es ist bis heute so geblieben. Wofür Daniel Cohn-Bendit gekämpft hat und kämpft ist ein tolerantes, ein demokratisches, ein freies Europa. Darin ist er eine Ausnahmeerscheinung, ein Vorbild, ja eine Legende”, meint Rudolf Herbert vom euronews-Büro in Brüssel.