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Präsidentenwahl in Afghanistan: Das Volk hofft auf einen friedlichen Übergang

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Präsidentenwahl in Afghanistan: Das Volk hofft auf einen friedlichen Übergang

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Ruhige Stimmung in Kabul ein Tag nach der Präsidentenwahl. Bei der ersten demokratischen Machtübergabe in Afghanistan bewerben sich acht Kandidaten um die Nachfolge des seit 2001 regierenden Präsidenten Hamid Karsai. In allen Umfragen führt Ex-Finanzminister Ashraf Ghanis. Erste Teilergebnisse werden Mitte der Woche erwartet. Die Afghanen setzen große Hoffnungen in die historische Wahl:

“Wir sind sehr froh darüber, dass die Wahl gestern in einer ruhigen Stimmung verlaufen ist. Im ganzen Land war es sicher und friedlich.”

“Wir wünschen uns ein Wahlergebnis nach der ersten Runde. Unser Volk, unsere Regierung und unsere Wirtschaft sind sehr schwach. Sollte es eine zweite Runde geben, wird das eine Herausforderung für unsere Sicherheitskräfte werden.”

Ein amtliches Endergebnis soll es am 14. Mai geben. Sollte kein Bewerber eine absolute Mehrheit erhalten, ist für den 28. Mai eine Stichwahl vorgesehen. Es ist die letzte Wahl bevor der Kampfeinsatz der Nato-geführten Schutztruppe Isaf in Afghanistan zum Jahresende ausläuft. Ein EU-Wahlbeobachter sagte:

“Mit diesen Wahlen ist die Hoffnung verbunden, dass das Land endlich in der Lage ist, friedlich die Macht zu übergeben. Das erhoffen sich vor allem die älteren Menschen. Die junge Generation wartet insbesondere darauf, dass die Ausländer abziehen: Sie wollen die Zukunft ihres Landes selbst in die Hand nehmen.”

Aber alle Hoffnungen lassen die Angst vor Wahlbetrug nicht verstummen: Zwei Kandidaten beklagten nach der Abstimmung Unregelmäßigkeiten und Betrugsversuche. Sie kündigten an, ein “verfälschtes Wahlergebnis” sei inakzeptabel.