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20 Jahre nach dem Völkermord: Ruanda trauert um die Opfer

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20 Jahre nach dem Völkermord: Ruanda trauert um die Opfer

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Ruanda trauert um die Opfer des Völkermordes. Vor genau 20 Jahren begannen Hutu-Milizen ihre Jagd auf Tutsis und moderate Hutus. In nur 100 Tagen schlachteten sie rund 800.000 Menschen ab.

Die offizielle Gedenkfeier wird überschattet von einer diplomatischen Verstimmung zwischen Kigali und Paris. Der ruandische Präsident Paul Kagamé warf Frankreich vor, bei der politischen Vorbereitung der Massenmorde 1994 eine direkte Rolle gespielt zu haben.

“Die Menschen, die den Genozid geplant und ausgeführt haben, waren aus Ruanda, aber die Geschichte und die Wurzeln dieses Völkermordes gehen über unser Land hinaus. Aus diesem Grund versuchen wir hier in Ruanda immer noch herauszufinden, was damals passiert ist und wie es soweit kommen konnte,” so Kagamé.

Tutsis und Hutus haben in den vergangenen zwei Jahrzehnten gelernt, nebeneinander zu leben, sich zu tolerieren und in manchen Fällen zu verzeihen. Doch die Frage, wie es zu dem Massenmord kommen konnte, bleibt unbeantwortet. Im Radio wurde damals dazu aufgerufen Tutsis, die als Kakerlaken bezeichnet wurden, umzubringen. Aufgeputscht durch die Propaganda erschlugen viele Hutus ihre Nachbarn.