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Abstimmung der Superlative: 814 Millionen Inder wählen Parlament

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Abstimmung der Superlative: 814 Millionen Inder wählen Parlament

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Überwiegend friedlich hat am Montag in Indien die größte demokratische Wahl der Welt begonnen. Fast 815 Millionen Menschen sind zur Stimmabgabe aufgerufen – mehr, als Europa Einwohner hat. Die Parlamentswahl erstreckt sich über insgesamt fünf Wochen bis zur geplanten Auszählung aller Stimmen am 16. Mai.
Elf Millionen Wahlhelfer und Sicherheitskräfte sollen einen geregelten Ablauf garantieren. nachdem während der letzten Wahlperiode vor fünf Jahren mehrere Dutzend Menschen getötet wurden. Jüngste Umfragen sehen die größte Oppositionspartei, die hindu-nationalistische BJP, klar in Führung mit ihrem Spitzenkandidaten Narendra Modi. Vor allem junge Inder versprechen sich von ihm eine Aufwertung Indiens als Industriestandort, die Schaffung von Arbeitsplätzen und eine effektivere Verwaltung.
Eher geringe Chancen werden dem Spitzenkandidaten der regierenden Kongresspartei, Rahul Gandhi, eingeräumt. Dem 43-jährigen Enkel von Indira Gandhi werden die Bewältigung des Wirtschaftsabschwungs, der hohen Inflation und vieler Korruptionsskandale nicht zugetraut.

“Aktuell sind 70 bis 80 Prozent der Wahlberechtigten jünger als 35 Jahre,” erklärt der politische Analyst Shahid Siddiqui. “Und diese jungen Leute finden wenig Gefallen an Rahul Gandhi und dessen Kongresspartei. In Folge dessen wird die Ära der Gandhi-Familie im indischen Parlament dem Ende zugehen nach 60 Jahren Dominanz. Das gilt auch für die Kongresspartei.”

Der Kongresspartei wird konkret vorgeworfen, die Armut im Land nicht verringert und Bildungsbarrieren nicht abgebaut zu haben.
Kritiker der favorisierten BJP-Partei befürchten dagegen ein rein hinduistisch geprägtes Indien und die Schürung von religiösen Konflikten.