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Ai Weiwei (oder zumindest seine Kunst) in Berlin

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Ai Weiwei (oder zumindest seine Kunst) in Berlin

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Seine Kunst lässt sich eben doch nicht verbieten, die Ausstellung “Evidence” ist der Beweis, die weltweit bisher größte dem regimekritischen Künstler Ai Weiwei gewidmete Werkschau. Eröffnet wurde sie im Berliner Martin-Gropius-Bau in Abwesenheit des Künstlers, dem China seit drei Jahren die Ausreise verweigert. Seine Werke haben es dennoch nach Berlin geschafft.

Gereon Sievernich, Kurator der Schau: “Ai Weiwei spricht eine künstlerische Sprache, die wir Konzeptkunst nennen. Wer manche seiner Werke betrachtet, entdeckt außerdem eine Botschaft, die entschlüsselt werden muss. Und natürlich ist seine Kunst auch sehr politisch, denn er erzählt von dem, was in China geschieht, was ihm persönlich widerfährt und er spricht über den Stand der Beziehungen zwischen China und dem Westen.”

Hauptwerk der Schau in 18 Räumen auf 3000 Quadratmetern ist die Installation “Stools” im riesigen Lichthof des Museums: 6000 antike Hocker als Symbol für den Verlust des alten, traditionellen China.

Ebenfalls spektakuläre ist der detailgetreue Nachbau der Gefängniszelle, in der Ai Weiwei 2011 in Isolationshaft gefangengehalten und rund um die Uhr überwacht wurde.

Etwa die Hälfte der Werke, rund 30 Installationen und Skulpturen, hat der
Künstler neu geschaffen, die anderen sind zumindest in Deutschland erstmals zu
sehen.

Da Ai Weiwei den Gropius-Bau nicht besuchen konnte, entwickelte er das gesamte Ausstellungskonzept in seinem Studio in Peking.

Die Ausstellung ist bis zum 7. Juli 2014 zu sehen.