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Der Künstler im Bärenpelz

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Der Künstler im Bärenpelz

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Wie es sich anfühlt als Bär im Winterschlaf untersucht derzeit der französische Performance-Künstler Abraham Poincheval im Selbstversuch. Er verbringt dreizehn Tage und Nächte in einer Bärenskulptur. Und hat es sich dafür im Inneren des Bären richtig gemütlich gemacht. Der Kontakt zur Außenwelt ist möglich. Der Bär steht im Pariser Jagd- und Naturkundemuseum.

Abraham Poincheval: “Ich habe das Gefühl, in den Winterschlaf des Bären zu gleiten. Das Leben hat sich stark verlangsamt, ich schlafe sehr viel.”

Dreizehn Tage im Inneren des Bären bedeutet auch, dreizehn Tage völlige Autonomie. Die Installation verfügt über Speisekammer und Toilette. Auf so engem Raum kein leichtes Unterfangen.

Claude d’Anthenaise: “Die Toilette befindet sich in einer der Bärentatzen. Wir können nur hoffen, dass alles richtig funktioniert. Sonst haben wir ein Problem. Denn er möchte dreizehn Tage durchhalten.”

Eine weitere Anforderung ist die spezielle Bärenkost: Honig, Früchte und Insekten! Schummeln geht nicht. Der Bär ist mit einem Guckloch ausgestattet.

“Dreizehn Tage, das ist doch unheimlich lang”, staunt ein junger Museumsbesucher. “Und dabei Würmer und Käfer zu essen, schon ziemlich merkwürdig.”

Auf der Webseite des Museums kann man den Winterschlaf übrigens in Echtzeit miterleben. Eine Kamera überträgt live aus der Bärenhöhle.