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Gedenkveranstaltung in Ruanda: Frankreich schickt Botschafter

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Gedenkveranstaltung in Ruanda: Frankreich schickt Botschafter

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Anstelle einer Regierungsdelegation schickt Frankreich nur seinen Botschafter zur heutigen Gedenkverstaltung für den Völkermord in Ruanda. Staatspräsident Paul Kagame hatte den Franzosen wiederholt eine Mitschuld an dem Genozid gegeben, bei dem vor 20 Jahren mindestens 800.000 Menschen getötet wurden – die meisten von ihnen Mitglieder des Tutsi-Volkes.

Kagame wirft den damals in Ruanda stationierten französischen Soldaten eine Mittäterschaft vor. Erst seit vier Jahren bestehen zwischen Frankreich und der ehemaligen belgischen Kolonie wieder diplomatische Beziehungen. 2009 wurde Englisch anstelle von Französisch als Amtssprache eingeführt.

“Französisch ist ein bisschen als die Sprache der Mächtigen stigmatisiert, unter deren Augen der Völkermord stattfand oder die den Völkermord nicht verhindert haben”, sagt die Schauspielerin Carole Karemera. “Heute ist es auch die Aufgabe der Künstler zu sagen, dass es nicht nur die Sprache der Zeit war, als es diese unheilvolle Beziehung zwischen Frankreich und Afrika gab, sondern zugleich die Sprache von Millionen Menschen”, so Karemera weiter.

Manche Einwohner Ruandas sagen, ihre Kinder sprächen weder gut Französisch noch Englisch. Die Muttersprache des Großteils der Bevölkerung ist Kinyarwanda.