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"Mütter von Srebrenica" verklagen die Niederlande

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"Mütter von Srebrenica" verklagen die Niederlande

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Fast zwanzig Jahre nach dem Völkermord von Srebrenica haben Angehörige der Opfer den niederländischen Staat auf Schadenersatz verklagt. Die Regierung sei haftbar für die Ermordung von mehreren tausend muslimischen Männern und Jungen, erklärten die Anwälte der Organisation “Mütter von Srebrenica” vor dem Zivilgericht in Den Haag. Im Bosnien-Krieg hatten serbische Einheiten die damalige UN-Schutzzone Srebrenica ohne Gegenwehr der niederländischen Blauhelmsoldaten eingenommen.

Munira Subasic von der Organisation “Mütter von Srebrenica”:

“Wir denken, dass ein Entschädigungs-Fond aufgelegt werden sollte ähnlich wie für die Juden nach dem zweiten Weltkrieg. Als Kompensation für die Greueltaten. Geld kann unsere getöteten Kinder nicht wiederbringen, aber es geht um unser Leid, unseren Schmerz und um 19 Jahre Wartezeit auf diesen Moment. Die Niederlande sollen endlich aussprechen, was damals wirklich geschah unter dem Schutz ihrer Soldaten, ihrer Flagge und unter ihren Augen. Aber sie schweigen immer noch still.”

Srebrenica war den Serben unter Anführung des Generals Ratko Mladic kampflos
übergeben worden. Mladic und der ehemalige Serbenführer Radovan Karadzic müssen sich derzeit vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag für den Völkermord verantworten.

Die Anwälte der Oragnisation “Mütter von Srebrenica” vertreten die Ansicht, dass die damalige Regierung der Niederlande ihren Blauhelmen befohlen hatte, vorrangig sich selbst in Sicherheit zu bringen und nicht die Flüchtlinge zu schützen.
Die Anwälte der Niederlande meinen dagegen, die Soldaten hätten keine andere Wahl gehabt, als sich zu ergeben.