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Pixelbilder aus Luftpolsterverpackung

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Pixelbilder aus Luftpolsterverpackung

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Plastikbläschen sind das Steckenpferd des Kanadiers Bradley Hart. Der Künstler macht Pixelgemälde aus Luftpolster-Verpackung. Mithilfe einer Spritze injiziert er Farbe in die Blasen, wodurch fotorealistische Bilder entstehen.

Bradley Hart: “Auf die Idee brachten mich diverse Erlebnisse mit übereifrigen Museumswärtern und eine Rolle Luftpolsterfolie, die bei meiner ersten Solo-Ausstellung 2009 in Manhattan übrig geblieben war. Ich saß da, schaute auf die Blasen und sagte mir: ‘Das ist es!’ Ich wusste, die Idee ist nicht hundert Prozent neu. Die Frage: ‘Darf man Kunst anfassen oder nicht?’ ist so alt wie die Kunst.
Kunst beginnt eben nicht erst mit dem Gemälde oder der Skulptur, sondern mit einer Rolle Plastikfolie und der Frage, ob man Kunst berühren sollte oder nicht.”

Die Plastikblasen-Pixel-Kunst ist wahre Sisyphosarbeit. Rund 150 Stunden braucht Bradley Hart für Fertigstellung eines Bildes. Hinzu kommen aufwendige Vorbereitungen, bis zu 1500 Spritzen müssen Stück für stück mit Farbe aufgeladen werden.

Bradley Hart: “Wir leben im Pixelzeitalter, meine Bilder sind im Grunde digitale Darstellungen. Mir gefällt der Gedanke, Hightech auf das Lowtech-Level zurückzuschrauben. Denn das ist aufwendige Handarbeit. Ich spiele mit Computertechnologie und vereinfache sie.”

Auch auf die andere Seite seiner Luftblasenpixelbilder ist Hart sehr stolz. Die injizierte Akrylfarbe hinterlässt Schlieren und Streifen, die eine verschwommene Impression des Bildes erzeugen.

Injections und Impressions nennt er die beiden Facetten seiner Kunst, die er gerne nebeneinander zur Schau stellt.

Die nächste Ausstellung findet Anfang Mai statt, in den Cavalier Galleries in New York.