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Athen vor dem Besuch der deutschen Bundeskanzlerin

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Athen vor dem Besuch der deutschen Bundeskanzlerin

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Am Hass der Demonstranten hat sich seit ihrem letzten Besuch vor anderthalb Jahren nichts geändert. Bei Aktionen in den Tagen unmittelbar vor ihrer Ankunft waren wieder die Nazi-Vergleiche zu sehen. Da hatten auch ihre Glückwünsche zum ersten kleinen Zwischenerfolg nichts genützt.
Schneller als erwartet ist Griechenland zurück am Kapitalmarkt. Bleibt die Frage, wieviel Wahlkampf dahinter steckt.

Der Wirtschaftswissenschaftler Panayotis Petrakis, betont den ersten Erfolg der griechischen Wirtschaft seit Merkels letztem Besuch, damals mitten in der Rezession. Er verweist aber auch auf gestiegene Arbeitslosigkeit, die als Preis für diesen ersten positiven Ansatz bezeichnet. Der größte Erfolg aber ist nach seiner Meinung die Ausdauer des griechischen Volkes.

Beim letzten Besuch hing das finanzielle Überleben Griechenlands am seidenen Faden.
Hilfszusagen waren an harte Reformforderungen gebunden. Die Reaktion der Straße damals: die deutsche Fahne brennt, Merkel wird mit Nazi-Vergleichen beleidigt.

Und heute? Der Mann auf der Straße meint, sie wolle wie alle EU-Politiker für “gutes Wetter” in den Beziehungen sorgen. Die EU wolle helfen. Er bezeichnet die Griechen als selbst verantwortlich für all die schlimmen Dinge.
Die Frau auf der Straße hingegen meint, Deutschland schulde Griechenland immer noch Entschädigungszahlungen für die Taten der Wehrmacht im II.Weltkrieg.

Erfolgreiche Reformen wurden auch mit der Entlassung von vielen Staatsbediensteten erreicht. Inzwischen hat Griechenland eine Arbeitslosenrate von 27 Prozent, dein Jugendlichen sogar 60 Prozent.

Frau Merkel wird den Griechen keine Geschenke bringen, meint der euronews-Korrespondent. Er sieht aber ihren Besuch als Unterstützung für Regierungschef Samaras und seine Partei für die Wahl zum Europaparlament im Mai, wenn gleichzeitig in Griechenland Kommunalwahlen stattfinden.

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