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Ukraine: Steigende Preise, steigende Wut

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Ukraine: Steigende Preise, steigende Wut

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Die Krise in der Ukraine geht der Bevölkerung auch ökonomisch an die Substanz. Vor der Nationalbank in Kiew demonstrieren Menschen gegen die wirtschaftliche Not und steigende Preise. Der Wert der ukrainischen Währung Griwna fällt seit Monaten, Güter des täglichen Bedarfs werden immer teurer.

“Buchweizen zum Beispiel kostete sechs Griwna, inzwischen sind es 14”, sagt eine Demonstrantin. “Wie können wir das bezahlen? Vor zwei Monaten, sogar vor einem Monat, lag der Preis noch bei der Hälfte. Wie sollen Rentner da überleben?”

Für einen Euro bekommt man derzeit 16 Griwna, fünf mehr als noch im November. Die Staatsschulden der Ukraine betragen mehr als 50 Milliarden Euro.

“Es ist nicht unsere Schuld, dass nach der Stabilisierung sofort die Dinge auf der Krim passierten”, sagt Stepan Kubiv, Chef der ukrainischen Nationalbank. “Dank der Stabilisierung haben die Leute wieder angefangen zu sparen und Geld zur Bank zu bringen. Jetzt haben wir die Probleme in Luhansk.”

Der Ökonom Dmytro Boyarchuk macht angesichts der dramatischen Wirtschaftsdaten in Zweckoptimismus.

“Wir erwarten, dass das Defizit bis zum Ende des Jahres merklich zurückgeht. Das bedeutet, dass dann nicht mehr derartig viel ausländisches Geld benötigt wird und dass der Druck, der auf der Griwna lastet, verschwindet”, so Boyarchuk.

Helfen sollen Kredite des Internationalen Währungsfonds, der dem Staat Unterstützung in Milliardenhöhe in Aussicht gestellt hat. Die Verhandlungen dauern an, doch die Menschen in der Ukraine wollen nicht mehr warten – sie haben Hunger.