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Wehrreform in Israel: Ultraorthodoxe wüten statt beten

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Wehrreform in Israel: Ultraorthodoxe wüten statt beten

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In Jerusalem haben Hunderte ultraorthodoxe Juden gegen die geplante Wehrpflicht auch für ihre Glaubensgruppe protestiert. Dabei wurden fünf Demonstranten festgenommen.

Die Knesset hatte im März beschlossen, dass ab 2017 auch tiefreligiöse Männer Militärdienst oder zivilen Ersatzdienst leisten müssen. Verweigerern droht Haft.

Seit der Staatsgründung 1949 waren ultraorthodoxe Männer vom Militärdienst befreit, um sich allein dem Studium der Bibel widmen zu können. Um diese Regelung wurde in Israel seit Jahrzehnten gestritten, über das Thema sind bereits Regierungskoalitionen zerbrochen.

Doch auch in Zukunft gelten Ausnahmen für die Minderheit, die heutzutage zehn Prozent der israelischen Bevölkerung bildet: Die üblichen drei Jahre Wehrdienst werden die Ultraorthodoxen nicht leisten müssen. Und die Armee wird eigene Einheiten für sie einrichten müssen.