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Zypern: friedliches Miteinander im Niemandsland

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Zypern: friedliches Miteinander im Niemandsland

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Ein verlassener Flughafen, Autowracks, Geisterstädte: Es sind gespenstische Bilder, Niemandsland seit 40 Jahren. So lange existiert die UN-kontrollierte Pufferzone in Zypern bereits. So lange ist die Mittelmeerinsel geteilt. Die Türkische Republik Nordzypern wird nur von der Türkei anerkannt. Zypern ist seit 2004 EU-Mitglied. Nach zwei Jahren Sendepause haben griechische und türkische Zyprioten im Februar neue Gespräche über eine Wiedervereinigung aufgenommen. Zyperns Präsident Nicos Anastasiades ist verhalten zuversichtlich:

“In diesem Stadium präsentieren beide Seiten ihre Standpunkte. Man darf also noch keinen Durchbruch erwarten. Allein die Tatsache, dass wir wieder miteinander sprechen, ist ein Erfolg.”

Das kleine Dorf Pyla liegt in der Pufferzone der UN. Es ist einer der wenigen Orte, in denen griechische und türkische Zyprioten zusammenleben. Der türkische stellvertretende Bürgermeister sagt:

“Natürlich kann man sagen, dass wir immer wieder Höhen und Tiefen haben. Aber beide Seiten, sowohl die Volksgruppen als auch deren Anführer, geben sich Mühe, realistisch miteinander umzugehen und versuchen, eine positive Atmosphäre im Dorf zu schaffen.”

Seit der türkischen Invasion 1974 ist Zypern geteilt. Bleibt abzuwarten, inwieweit die Gespräche fruchten, und ob die letzte Demarkationslinie Europas in absehbarer Zeit fällt.