Eilmeldung

Eilmeldung

Gegenseitige Verständnislosigkeit unter Ukrainern

Sie lesen gerade:

Gegenseitige Verständnislosigkeit unter Ukrainern

Schriftgrösse Aa Aa

Maksym Vasin studiert in Kiew Jura. Mit seiner Frau stammt er aus Donezk im Osten der Ukraine. Während sie sich um die separatistischen Bestrebungen in ihrer Heimat sorgen, haben ihre Angehörigen im Donbass wenig Verständnis dafür, dass die beiden die Maidan-Bewegung unterstützen, die im Osten der Ukraine als faschistisch gilt: “Sie fragen, warum gehst Du auf den Maidan. Warum lebst Du nicht ruhig weiter? Wir sagen ihnen, wir kämpfen für unsere Würde, unsere Freiheit, für das Recht ein Mensch in unserem eigenen Land zu sein”, sagt Maksym.

Die Soziologin Irina Bekeschkina, von der Ilko Kucheriw Stiftung für demokratische Initiativen hält separatistische Tendenzen in der Ostukraine nicht für weitverbreitet: “Wenn man das Land in seiner Gesamtheit nimmt, dann hatten fünf Prozent separatistische Ansichten, das ist jetzt auf etwa zehn Prozent gestiegen, aber das ist bislang noch immer eine klare Minderheit, die so denkt”, sagt Bekeschkina.

Nach ihren Erkenntnissen sind bis zu 18 % der Menschen in Donezk für eine Angliederung an Russland, 73 % lehnen eine Krim-Lösung ab. Aber 38 % aller Ukrainer finden, dass es kulturelle und politische Unterschiede zwischen dem Westen und dem Osten der Ukraine gibt.