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Pleite an der Uni? Lösungen, Alternativen, Förderungen

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Pleite an der Uni? Lösungen, Alternativen, Förderungen

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Studium dank Crowdfunding

Seit einem Jahr ist Olga Turcan wahrscheinlich die bekannteste Studentin Straßburgs. Alles begann vor einem Jahr in diesem Büro. Die junge Moldauerin wollte ihre Doktorarbeit schreiben. Titel: “Die Bedeutung der französischen Sprache in Moldau”. Aber nachdem sie sieben Jahre in Straßburg studiert hat, ist Olga pleite: Miete, Reisekosten, Essen… Der jungen Frau fehlen fast 4000 Euro, um ihr Projekt zu Ende zu bringen.

Olga bewirbt sich für mehrere Stipendien – ohne Erfolg. Schließlich kommt ihr Freund Dominique auf eine Idee: Crowdfunding, also die Finanzierung durch die breite Masse. Olgas Freunde steigen mit ein. Um mögliche Geldgeber von sich zu überzeugen, arbeiten Olga und ihr Team an einem Finanzierungskonzept. Sie stellen eine Webseite, die ins Auge sticht, auf die Beine sowie ein humorvolles Video.

Mit Erfolg. Schließlich hat Olga 6849 Dollar – fast 5000 Euro – zusammen. Viel mehr, als ursprünglich geplant war. Die junge Frau hat auch hunderte Briefe erhalten. Jetzt kann sie beruhigt ihre Doktorarbeit zu Ende schreiben. Am Ende wird sie eine Kopie ihrer Doktorarbeit an die Geldgeber schicken. Ein ungewöhnliches Geschenk, das für Olga jedoch große Bedeutung hat.

Weniger Geld für Erasmus-Stipendiaten

Das Erasmus-Programm ist ein wichtiger Baustein im Bildungswesen europäischer Universitäten. Allerdings müssen manche Regierungen sparen – die Wirtschaftskrise fordert ihren Preis.

Wie in Spanien. Ariel war begeistert von der Idee, mit einem Erasmus-Stipendium ein Jahr lang an einer ausländischen Uni zu studieren. Es ging um das letzte Jahr seines Studiums der Kunstgeschichte. Ariel lebt in Madrid und hat fünf jüngere Brüder. Ein Studienjahr im Ausland konnte er sich jedoch nicht leisten, weil die Finanzierungen gekürzt wurden.

Wegen der Wirtschaftskrise haben einige spanische Regionen wie Madrid die finanziellen Förderungen stark gekürzt. Die spanische Regierung entschied vor kurzem, Erasmus-Studenten maximal nur noch ein halbes Jahr lang zu unterstützen – früher war es für ein ganzes Jahr lang.

Früher wurde Spanien als einer der EU-Staaten gehandelt, die die EU-Richtlinie erfüllen könnten, wonach im Jahr 2020 ein Fünftel der Studenten Auslandserfahrungen gemacht hätten.
Es ist das Land, das die größte Zahl an Erasmus-Studenten ins Ausland schickt und das die meisten ausländischen Erasmus-Studenten empfängt. Das wird nun erschwert durch neue Regeln in Spanien, die eine Zwei-Klassen-Finanzierung für sehr gute und mittelmäßige Studenten vorsehen. Der Posten des spanischen Haushalts, der für Studenten im Ausland vorgesehen ist, ist seit 2011 um mehr als 70% gekürzt worden.

College: Förderungen und Alternativen

Millionen von Familien in den USA legen schon sehr früh Geld für das Studium der Kinder zurück. Das amerikanische Bildungsministerium stellt jedoch 150 Milliarden Dollar – umgerechnet fast 110 Milliarden Euro – zur Verfügung.

Um sich für eine Förderung zu bewerben, muss man zuerst ein Bewerbungsformular vorlegen – das so genannte FAFSA. Der Antrag ist ein Muss, um eins der privaten oder staatlichen Hilfsprogramme zu erhalten.

Etwa eine Million US-Studenten, die ein Anrecht auf die finanzielle Unterstützung hätten, füllen das FAFSA Formular gar nicht erst aus – ihnen entgehen Tausende Dollar an Zuschüssen. Stattdessen nehmen sie Studienkredite auf. Das sind durchschnittlich fast 30.000 Dollar pro Kopf.

Eine Alternative ist das Community College – ein Berufskolleg mit akademischer Ausbildung. Es dauert zwei Jahre und ist im Schnitt 75% günstiger als eine durchschnittliche amerikanische Uni.

Trotz US-weiter Förderungen und Studentenkredite ist ein gutes Studium für viele amerikanische Familien noch immer unerschwinglich. Verglichen mit der Situation vor dreißig Jahren kostet ein Hochstudium heute mittlerweile mehr als fünf Mal soviel.

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