Eilmeldung

Eilmeldung

Sorge um den Gasdruck: EU warnt Russland vor Muskelspielen

Sie lesen gerade:

Sorge um den Gasdruck: EU warnt Russland vor Muskelspielen

Schriftgrösse Aa Aa

Die Ukraine kann sich Erdgas kaum mehr leisten – nach der Stornierung bestehender Rabatte durch Russland Anfang April muss das Land inzwischen 80 Prozent mehr und europaweit mit am meisten für diese Energieform zahlen.

Im Konflikt um die Krim und die Ukraine ist eine Drosselung der Gaslieferungen an die EU bisher zwar ein eher theoretisches Druckmittel Russlands geblieben – verschleierte Drohungen aus Moskau nahmen die EU und auch die USA jüngst jedoch mit deutlicher Besorgnis auf.

Nun bemühen sich die EU und ihre Mitgliedsstaaten gezielt darum, dieses Risiko zu vermindern. “Die Gaslieferungen von Russland an die EU sind derzeit normal und stabil”, sagte die EU-Sprecherin Sabine Berger. “Wir erwarten von Russland, sich an die bestehenden Lieferverträge zu halten, und von der Ukraine, die Transitvereinbarungen zu respektieren.”

Auch Moskau wirkte nun aber wieder auf eine Deeskalation hin und signalisierte durch Außenminister Sergei Lawrow Gesprächsbereitschaft. “Wir begrüßen die Änderung der Position der Europäischen Union und die Aufrufe zu Konsultationen”, sagte Lawrow. Wir sind bereit zu solchen Gesprächen, auch über die Themen, die Präsident Putin in seiner Mitteilung an die Regierungschefs der Länder angesprochen hat, die russisches Gas durch ukrainische Territorium beziehen.”

Nocheinmal warnend wandte sich nach einer Sicherheitskonferenz in Kiew auch der schwedische Außenminister Carl Bildt an Moskau: “Russland sollte die Erfahrungen aus den Jahren 2006 und 2009 nicht vergessen. Diese Methode, diese Energie-Waffe wirkt kurzzeitig durchaus, wird langfristig aber nach hinten losgehen. Denn Russland ist von den Erlösen der Gaslieferungen stärker abhängig als Europa vom Gas. Ja, falls Russland den Gashahn zudreht, wird und das kurzfristig wehtun. Im Endeffekt wird Russland damit aber selbst mehr Probleme haben als wir.”

Die Export-Erlöse des russischen Gasexporteurs Gazprom machen alleine rund zehn Prozent des russischen Bruttoinlandsproduktes aus.