Eilmeldung

Eilmeldung

Bewaffnete besetzen erneut staatliche Gebäude in der Ostukraine

Sie lesen gerade:

Bewaffnete besetzen erneut staatliche Gebäude in der Ostukraine

Schriftgrösse Aa Aa

Bewaffnete prorussische Milizen halten nach der Erstürmung einer Polizeistation in der ostukrainischen Stadt Slowiansk das Gebäude weiterhin besetzt. Bei der Errichtung von Barrikaden werden sie offenbar von ukrainischen Zivilisten unterstützt. Wahrscheinlich haben die mindestens fünfzehn Männer eine größere Anzahl von Schusswaffen erbeutet. Die Rede ist von 400 Handfeuerwaffen und 20 automatischen Gewehren.

Die örtliche Polizei ließ die prorussischen Kräfte offenbar gewähren. Kurz darauf stürmten die Milizen in Slowiansk auch ein Gebäude des ukrainischen Geheimdienstes SBU.- ohne Widerstand.

“Unsere Leute wollen in Ruhe und friedlich leben, ohne das neue Militärregime in Kiew und ohne Einflussnahme durch Amerika oder den Westen,” erklärt dieser prorussische Aktivist. “Wir wollen nicht zu deren Sklaven werden. Wir solidarisieren uns mit Russland.”

Offizielle Forderungen stellten die Besetzer der Gebäude bislang nicht: Das Vorgehen der Separatisten erinnert an die Lage auf der Krim vor deren Eingliederung in die russische Föderation.

“Ich denke, wir sollten keine Angst haben,” sagt die Bürgermeisterin von Slowiansk. “Diese Leute, die heute hierher gekommen sind, sind unsere Leute. Sie stammen nicht aus Russland, sondern aus Donezk, Slowiansk oder Kramatorsk. Sie haben genug von Lügen.”

Der ukrainische Innenminister Arsen Awakow erklärte auf seiner Facebook-Seite: “In Slowiansk haben bewaffnete Männer das Hauptquartier der Polizei besetzt. Unsere Reaktion darauf wird sehr hart ausfallen. Es gibt einen Unterschied zwischen Demonstranten und Terroristen”.