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Ostukrainische Regierungsgegner zwingen Polizeichef von Donezk zum Rücktritt

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Ostukrainische Regierungsgegner zwingen Polizeichef von Donezk zum Rücktritt

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In der ostukrainischen Stadt Donezk haben Regierungskritiker die Polizeizentrale besetzt und den Polizeichef zum Rücktritt gezwungen. Augenzeugenberichten zufolge stürmten etwa 200 Personen das Gebäude, Verletzte gab es offenbar keine. Auch eine Chemiefabrik sollen Aktivisten in der Region besetzt haben.

Gleichzeitig demonstrierten etwa 1000 Menschen vor dem lokalen Verwaltungsgebäude des Innenministeriums gegen die Zentralregierung in Kiew. “Ich glaube, dies ist der erste Schritt hin zur Befreiung der Donbass-Region vom Faschismus, der nun in Kiew blüht”, so eine Demonstrantin. “Bald werden sich große wie kleine Städte erheben, und der Sieg wird unser sein.”

In der mehrheitlich russischsprachigen und von der Schwerindustrie geprägten Region Donbass rund um Donezk sind die Spannungen mit Kiew besonders stark. Regierungsgegner beklagen dort unter anderem den Versuch der Übergangsregierung, Russisch als zweite Amtsprache abzuschaffen, sowie eine angebliche wirtschaftliche Benachteiligung ihrer Region. Die Spannungen dürften sich mit der Umsetzung weiterer vom IWF geforderter Sparmaßnahmen noch verschärfen.

Aber auch Kiew zugeneigte Einwohner von Donezk demonstrierten wieder Geschlossenheit – unter anderem mit einer Menschenkette. “Ich unterstütze die Einheit der Ukraine”, sagte eine Frau. “Es gibt keine Spaltung zwischen dem Osten, dem Westen und Kiew. Wir sind alle vereint, weil wir alle Ukrainer sind.”