Eilmeldung

Eilmeldung

Reformen nicht ausreichend: Regierungsgegner in der Ostukraine setzen weiter auf Konfrontation

Sie lesen gerade:

Reformen nicht ausreichend: Regierungsgegner in der Ostukraine setzen weiter auf Konfrontation

Schriftgrösse Aa Aa

Sie bemannen einen provisorischen Checkpoint auf der Hauptstraße zur Regionalhauptstadt Donezk und halten mehrere Verwaltungsgebäude besetzt. Der harte Kern der Regierungs-Kritiker in der Ostukraine will sich weiterhin nicht auf die Entspannungspolitik Kiews einlassen.

Das besetzte Regionalverwaltungsgebäude in Donezk dient einigen von ihnen als Zentrale – einer losen Gruppierung, die sich selbst “Republik Donezk” nennt und einen angeblich drohenden Verlust der russischen Sprache sowie wirtschaftliche Benachteiligung beklagt.

In der Bevölkerung sind sie nicht ohne Fürsprecher. “Ich bin Mutter vieler Kinder und habe mich hier aus freien Stücken angeschlossen”, so eine Frau die heißen Kaffee ausschenkt. “Ich bin gekommen, um unsere Jungs hier draußen zu unterstützen. Seit Tagen sind wir hier und verteilen belegte Brote und Würstchen.”

Die pro-russischen und teils bewaffneten Regierungskritiker hatten unter anderem in Donezk, Luhansk und Charkiw mehrere Gebäude besetzt. Bei der Erstürmung von Polizeistationen und Geheimdienstgebäuden erbeuteten die Aktivisten offenbar weitere Pistolen und Gewehre.

So auch in Luhansk, wo Gegner der Kiewer Übergangsregierung seit gut einer Woche das Verwaltungsgebäude des Inlandsgeheimdienstes SBU besetzen. Ein Ultimatum der Regierung zur Niederlegung der Waffen ließen sie am Freitag verstreichen. Statt dessen forderten sie erneut Reformen sowie ein Referendum über die Zukunft der Ostukraine. Von den Sicherheitskräften blieben sie bislang weitgehend unbehelligt.

In Charkiw hatten dagegen ukrainische Soldaten ein besetztes Gebäude schon am vergangenen Sonntag geräumt und 65 pro-russische Aktivisten festgenommen. Das Gebäude wird seither von Sicherheitskräften bewacht, die Lage dort hat sich offenbar weitgehend beruhigt.

Noch nicht wieder in Betrieb ist in Charkiw eine Sendezentrale des Lokalen Fernsehsenders ATH: Mehr als 50 pro-russische Protestierende hatten die Einrichtung verwüstet, nachdem der Sender sich geweigert hatte, eine Erklärung der Gruppe auszustrahlen.