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Algerien - alles beim Alten!

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Algerien - alles beim Alten!

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Abdelaziz Bouteflika, 1999 ein dynamischer, zum Handeln entschlossener Politiker. 2014 zu krank,
um persönlich Wahlkampf zu machen für eine 4. Amtszeit ist der 77jährige algerische Präsident zu krank und zu schwach. Nach seinem Schlaganfall vor einem Jahr wurde er nie mehr in der Öffentlichkeit gesehen. Er fühlt sich aber stark genug, um noch einmal vier Jahre zu regieren.
Das sehen nicht alle Algerier so. Wer aber gegen den “ewigen Präsidenten“protestiert, gar Reformen im Lande fordert, der bekommt schnell einmal die Polizeiknüppel zu spüren. Wahlkampf für das “Phantom”, wie Oppositionelle den Schwerkranken nennen, manchen seine Freunde. Dabei werden auch alte Reden von Bouteflika eingespielt. Für ihn sprechen 15 Jahre alte Verdienste. Er hat den jahrelangen blutigen Bürgerkrieg beendete, der ausgebrochen war, nachdem Ende 1991 die Militärs ein einziges Mal wirklich freie Wahlen zuließen. Nach der ersten Runde lag die islamische Partei vorn, woraufhin die Wahl abgebrochen und der Ausnahmezustand verhängt wurde. Das ist für viele Wähler entscheidend. Ein Fau sagt: “Er steht für Sicherheit und Stabilität! Er beudeutet für uns Frieden!”. So ist auch zu verstehen, warum Künstler – algerische wie französische – für Bouteflika werben.

Wahltag in Algerien ist Donnerstag, in den Konsulaten in Frankreich wird vorher abgestimmt.
Der “Arabische Frühling” ging an Algerien nahezu spurlos vorbei. Heute haben viel Algerier Angst, bei ihnen könnte ein ähnliches Chaos ausbrechen wie nebenan in Tunesien oder Libyen. Dann lieber als beim Alten lassen, Korruption und Mißwirtschaft weiter erdulden.

Andere Meinungen zu Bouteflika? Ein Mann sagt:
“Wo steckt er? Existiert er noch?
“Er regiert Algerien längst nicht mehr, das machen die Generäle.”

Im Internet kursiert der Visdeo-Clip eines anonymen Autors. Der drückt am schonungslosesten die Stimmung unter der algerischen Jugend aus.
Mit “Schnauze voll” und ähnlichen Ausdrücken.

Am vierten Wahlsieg von Bouteflika zweifelt in Algerien niemand. Zu stark wirkt die Erinnerung an die schlimmen Jahre des Bürgerkriegs. Zu groß ist die Angst der Menschen vor Chaos und blutigen Unruhen.