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Neuer Ansatz gegen Querschnittslähmung: Elektrode im Rückenmark

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Neuer Ansatz gegen Querschnittslähmung: Elektrode im Rückenmark

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Das Bein anheben und wieder senken dank elektrischer Stimulation, für die vier Teilnehmer an einer wegweisenden Pilotstudie war das wie ein Wunder. Den seit vielen Jahren querschnittsgelähmten Patienten wurden Elektroden in die untere Wirbelsäule transplantiert. Mit vielversprechendem Ergebnis: Schon nach einer Woche konnten die Probanden wieder ihre Knie biegen, schon nach einigen Monaten ihre Beine Hüften und Zehe gezielt bewegen.

Den Patienten wurden die Elektroden direkt ans Rückenmark implantiert, um dort Nervenbündel zu stimulieren und damit den Signalfluss zwischen Hirn und Rückenmark zu ersetzen.

Die experimentelle Therapie wurde von amerikanischen Forschern an der Universität Louisville im US-Bundesstaat Kentucky durchgeführt und das Ergebnis in der britischen Fachzeitschrift “Brain” veröffentlicht.

Roderic Pettigrew, National Institutes of Health: “Was wir heute feststellen können ist, dass die vier Testpatienten nicht nur dazu in der Lage sind, ihre Gliedmaßen zu bewegen, sondern auch Blase und Darm besser kontrollieren können, was vielversprechend ist. Ein Meilenstein, das ist noch längst nicht das Ende der Forschung.”

Die Patienten verfügen über eine Art Fernbedienung, mit der sie die Intensität der elektrischen Impulse von außen steuern können.

Das Elektrodenimplantat wurde 2009 an einem ersten Patienten erfolgreich angewendet. Um zu überprüfen, ob die Behandlung auch bei anderen Patienten anschlägt, wurden drei weitere Kandidaten behandelt. Kent Stephenson ist einer von ihnen.
“Ich sehe die Vorteile der Stimulation, selbst wenn das Gerät aus ist. Die Blase hat sich verbessert, ebenso die sexuelle Funktion.”

Laufen können die vier Männer wohlgemerkt nicht, wohl aber einen Teil ihres Körpergewichts selbst halten, eine wichtige Vorstufe für das Laufen.
Die Trainingseinheiten mit epiduraler Stimulation verbessern den Muskelaufbau und das allgemeine Befinden. Die Therapie soll an weiteren Patienten getestet werden.