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Ukrainer gespalten zum Umgang mit Unruhen im Osten

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Ukrainer gespalten zum Umgang mit Unruhen im Osten

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Erst sieben Wochen ist es her, dass zehntausende Demonstranten in der ukrainischen Hauptstadt einen Umsturz herbeiführten. Die Barrikaden sind rund um den Maidan im Zentrum Kiews immer noch überall zu sehen. Inzwischen ist die Krim abgefallen, und im russisch-sprachigen Osten will eine seperatistische Bewegung weitere Fakten schaffen. Was halten die Menschen in Kiew davon?

“Die ukrainischen Behörden müssen die russische Aggressionspolitik sofort mit Gewalt abwehren”, sagt ein junger Mann. “Was hier vor sich geht ist ohne Zweifel eine Angriffshandlung, sie benutzen das Drehbuch von der Krim. Wir warten auf die Reaktionen der internationalen Gemeinschaft, sie muss uns beistehen. Die Behörden hoffen auch auf militärische Hilfe, aber das müssen wir selbst tun.”

Eine Frau meint: “Unsere Regierung hat die Krim verloren, weil wir zu tolerant waren und auf eine friedliche Lösung für die Probleme gehofft haben. Deshalb glaube ich, dass wir jetzt strenger sein und unser ukrainisches Land verteidigen müssen, wenn nötig sogar mit Waffengewalt.”

“Es ist wichtig, zu versuchen das Problem diplomatisch zu lösen und defensiv zu bleiben”, glaubt dagegen ein älterer Herr. “Was, wenn es keine diplomatische Lösung gibt? Wir müssen alles tun, um eine zu finden. Die Welt muss helfen, die ganze Nation muss sich daran beteiligen, damit diese Krise ohne Blutvergießen beendet werden kann.”

Bei einer Umfrage durch drei ukrainische Soziologen in allen Landesteilen sprachen sich im Schnitt jüngst 64 Prozent der Ukrainer für die Einheit ihres Landes aus. Eine Föderalisierung wünschen sich vor allem Menschen im Osten: 45 Prozent würden demnach dort für eine Verfassungsänderung stimmen – nur 22 Prozent sprachen sich dafür aus, den Status Quo beizubehalten.