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Boko Haram - Terror gegen Schulen

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Boko Haram - Terror gegen Schulen

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Die islamistische Terrorgruppe Boko Haram hat zu Wochenbeginn in Nigeria 103 Schulkinder verschleppt. Die Schülerinnen eines Mädchengymnasiums im Nordosten des Landes wurden gezwungen, auf einen Lastwagen zu steigen.
Einigr Schülerinnen konnten fliehen. Nach Zeugenberichten haben die Angreifer die Soldaten überwältigt, die die Schule schützen sollten. Das Motiv der Entführer erklärt schon der Name ihre Gruppe. “Boko Haram” bedeutet “westliche Bildung ist verboten”

Am gleichen Tag waren bei einem Bombenanschlag am Busbahnhof der nigerianischen Hauptstadt Abuja mindestens 75 Menschen getötet und 150 verletzt worden. Der Terrorgruppe werden allein 2014 rund 800 Morde vorgeworfen.

Gegründet wurde die Gruppe 2002 von einem Mohamed Yusuf. Den konnte die Polizei später fassen. Er wurde bei einem Fluchtversuch erschossen, heisst es offiziell. Seither soll die Gruppe von einer Shura, dem traditionellen Rat
aus 20 Männern, geführt werden. Die Behörden von Nigeria haben die Gefahr lange ignoriert, haben die Terrorakte der Gruppe als “temporäres Problem” abgetan. Es gibt auch Hinweise, nach denen Boku Haram von Amtsträgern des Staates gedeckt werden soll. Nigerias Präsident Goodluck Jonathan rief im Mai 2013 für drei nördliche Bundesstaaten den Notstand aus.

Das Wirkungsfeld dieser Terrorgruppe ist der Norden Nigerias, wo auf Druck islamistischer Kräfte seit 2001 allein das Gesetz der Scharia gilt. Boko Haram führt einen blutigen Kreuzzug gegen Andersgläubige, greift immer wieder christlich Kirchen an. Der Gruppe wird Nähe zu den Taliban nachgesagt. Auch zu Al-Kaida im islamischen Maghreb und zu Al Shabbaab in Somalia.
Tuareg aus Mali werfen Boko Haram vor, sich an der Vernichtung von Kulturschätzen in Timbuktu beteiligt zu haben.

Gemäß ihrem Namen, der offensichtlich Programm ist, bekämpft Boko Haram gezielt Schulen. Im September 2013 überfielen die Fanatiker das Studentenwohnheim einer Hochschule für Landwirtschaft. Sie erschossen mehr als 40 Studenten im Schlaf und zündeten Unterrichtsräume an. Im Februar 2014 war wieder ein Schulinternat Ziel der Terroristen. Diesmal mussten die Schüler nach Geschlechtern getrennt antreten. Die Jungen wurden getöten, die Mädchen aufgefordert, zu heriraten statt zu lernen.

Immer wieder wurden westliche Ausländer als Geiseln genommen. Und zwar nicht nur in Nigeria. Eine französiche Familie, 3 Erwachsene und 4 Kinder im Alter zwischen 5 und 12 Jahren, wurden in Kamerun gekidnappt. Sie wurden im Februar 2013 nach 2 Monaten freigelassen. Auch die Entführung von mehreren Nonnen in Kamerun spricht dafür, das die Gruppe ihre Schreckensherrschaft nicht auf Nigeria beschränkt.

Mit der Bewegung, die seit 2006 in Nigerdelta gegen die Erdölindustrie kämpft, hat Boku Haram nichts zu tun. Inzwischen hat die Gruppe ihren Namen geändert in “Verband der Sunniten für den Aufruf zum Islam und für den Dschihad.”