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Griechischer Filmpreis für "Little England"

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Griechischer Filmpreis für "Little England"

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Alles, was Rang und Namen hat in der griechischen Kinoindustrie strömte zur Preisgala ins Onassis-Kulturzentrum. In Athen wurden zum fünften Mal die griechischen Filmpreise verliehen. “Mikra Agglia – Little England” von Pantelis Voulgaris war der große Sieger des Abends mit insgesamt sechs Preisen, darunter den für den besten Film.

Das in dreizehn Kategorien nominierte Drama über zwei Schwestern auf der Kykladeninsel Andros galt als Favorit des Abends. Die Literaturverfilmung hatte ebenfalls großen Erfolg an den griechischen Kinokassen.

Pantelis Voulgaris: “Die große und kostspielige Herausforderung in dieser schwierigen Kunstsparte ist der Kampf um die Zuschauer. Der Sieg an den Kinokassen war unsere erste große Auszeichnung. Mit der Teilnahme an der heutigen Verleihung und den Preisen für unser Drehteam ehrt uns die Hellenische Filmakademie auf großzügige Weise.”

Den Preis für die beste Regie erhielt Yorgos Tsemberopoulos mit “The Enemy Within”.
Sein verstörender Film handelt von einem griechischen Intellektuellen, dessen Weltbild ins Wanken gerät durch den Einbruch brutaler Gewalt in seiner Familie.

Yorgos Tsemberopoulos: “Ich möchte mich bei der Filmakademie bedanken, den 200 Vertretern der griechischen Filmindustrie, die jedes Jahr abstimmen, gilt meine Unterstützung. Das Urteil von Kollegen aller Altersklassen ist eine große Anerkennung und moralische Unterstützung.”

Kora Karvouni wurde als beste Schauspielerin geehrt für ihre Rolle in “September” von Penny Panagiotopoulou. Sie spielt eine einsame junge Frau, die sich nach dem Tod ihres Hundes in das Leben einer anderen Familie einmischt.

Kora Karvouni: “Der Dreh war schwierig für mich, denn ich hatte kaum Text und meine Mitspieler waren Kinder und ein Hund. Es war eine schweigsame Rolle. Es gab viele unvorhersehbare Faktoren. Aber auch wenn die Dreharbeiten zu September anstrengend waren, behalte ich jeden Augenblick in guter Erinnerung.”

Themis Panou nahm den Preis für den besten Schauspieler entgegen. Für seine Darbietung in “Miss Violence über den unfassbaren Selbstmord eines jungen Mädchens wurde Panou bereits 2013 auf der Mostra in Venedig mit dem Darstellerpreis geehrt. Sein Regisseur Alexandros Avranas erhielt den Silbernen Löwen für die beste Regie.
Nun der griechische Filmpreis, was sagt Panou dazu?
“Das ist in der Tat ein einzigartiges Erlebnis. Damit hätte ich in meinen kühnsten Träumen nicht gerechnet. Ich kann es immer noch nicht fassen.”

Den Ehrenpreis für sein Lebenswerk erhielt der griechisch-französische Kultregisseur Costa-Gavras, bekannt für engagierte Streifen wie “Z”, “Vermißt” oder “Der Stellvertreter”.

Costa-Gavras: “Das Problem mit den Preisen ist, dass man etwas erhält, das man vorher nicht hatte. Und sobald man es hat, vergisst man es wieder. Wichtig ist für mich, wenn ich nach Griechenland komme, von den Dingen und Menschen umgeben zu sein, die mich zu dem gemacht haben, was ich heute bin.”

Yorgos Mitropoulos, euronews: “2013 war ein gutes Jahr für die griechische Filmindustrie. Viele sehenswerte Filme wurden produziert, die im Ausland auf renommierten Festivals bedeutende Preise gewannen. Besonders wichtig: 50 Prozent der Filme stammen von jungen, frischen Regisseuren. Alle hoffen, dass 2014 ein noch besseres Kinojahr wird.”