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Pöttering und Cohn-Bendit verabschieden sich aus EU-Parlament

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Pöttering und Cohn-Bendit verabschieden sich aus EU-Parlament

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Die Legislaturperiode im Europäischen Parlament neigt sich ihrem Ende zu. Ein Grund, zurück zu schauen und in manchen Fällen auch Abschied zu nehmen.

“In den vergangenen fünf Jahren haben die Europa-Abgeordneten mehr als 22.000 Mal abgestimmt und 970 Gesetze beschlossen. Wir sehen uns jetzt an”, so unser Korrespondent Sandor Zsiros, “was davon noch im Gedächtnis ist.”

“Was ist die wichtigste Entscheidung des EU-Parlaments der letzten fünf Jahre gewesen?”, fragt er eine Schülergruppe in Strassburg.

Nach vielen Ahs und Ohs fällt einem Mädchen das Stichwort Ukraine ein. Und dann meint es, ausserdem seien Demokratie und Freiheit wichtig. Kein schlechter Anfang.

Hans-Gert Pöttering hat seine Karriere als EU-Parlamentarier nun hinter sich – nach 35 Jahren. Pöttering, der auch zwei Jahre lang Parlamentspräsident war, hört auf.

“1979, da war Europa noch geteilt, mein Land war geteilt. Heute ist Deutschland wiedervereint und Estland, Litauen, Lettland, Polen, Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Slowenien, Bulgarien, Rumänien und Kroatien sind EU-Mitglieder. Das wäre vor 35 Jahren undenkbar gewesen”, so Pöttering zu seinem Abschied.

Die zur Zeit jüngste EU-Parlamentarierin ist die 1987 geborene Schwedin Amelia Andersdotter und sie sagt: “Worunter wir in dieser Legislaturperiode am meisten gelitten haben ist Geschwindigkeit. Wir versuchen Dinge zu schnell zu beschliessen.”

Und auch Daniel Cohn-Bendit geht. Einst Revoluzzer der 68er und später fester Bestandteil des EU-Parlamentes.

Er meint: “Ich habe einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, zu zeigen, dass es so etwas wie eine europäische Identität gibt. Und die kann man auch haben, ohne dass man davor eine nationale Identiät hat.”

Ende Mai wird dann das EU-Parlament zum achten Mal direkt gewählt – es wird die erste Europawahl seit dem Inkrafttreten des Lissabon-Vertrages sein.