Eilmeldung

Eilmeldung

Iran: Verurteilter Mörder in letzter Minute begnadigt

Sie lesen gerade:

Iran: Verurteilter Mörder in letzter Minute begnadigt

Schriftgrösse Aa Aa

Buchstäblich im letzten Moment haben die Eltern eines Mordopfers im Iran den Mann, der für den Tod ihres Sohnes verantwortlich ist, begnadigt. Balal Abdullah war bereits die Schlinge um den Hals gelegt worden, als die Mutter des Opfers hervortrat, ihn ins Gesicht schlug und dann ihre Vergebung signalisierte.

Nach iranischem Recht spielt die Familie des Opfers eine Rolle bei einer Hinrichtung – sie kann die Todesstrafe aussetzen.

Opfer und Täter waren zum Zeitpunkt der Tat beide noch Jugendliche. Sie waren aneinandergeraten, und der Kampf hatte zum Tod eines der Jungen geführt.

Laut Amnesty International ist die Zahl aller Hinrichtungen weltweit 2013 um 15% angestiegen. In China werden die meisten Todesstrafen vollstreckt, die genaue Zahl dort ist allerdings ein Staatsgeheimnis und daher unbekannt. Iran, Irak und Saudi Arabien folgen in dieser Reihenfolge. Zusammen sind diese drei Länder für 80% aller Hinrichtungen weltweit, und für 95% im Nahen Osten und Nordafrika verantwortlich. Auf dem fünften Platz liegen laut Amnesty International die USA.

Im aktuellem Fall im Iran sagte der Vater des Opfers, seine Frau habe von ihrem toten Sohn geträumt, und er habe sie gebeten, seinen Mörder zu begnadigen. Nach Zeitungsberichten hatte es außerdem öffentlichen Druck auf den Vater des Opfers, einen bekannten Fußballspieler, gegeben, die Hinrichtung aufzuhalten.