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Friedensfahrplan: Reaktionen der Ukrainer

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Friedensfahrplan: Reaktionen der Ukrainer

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Mit gemischten Gefühlen haben prorussische Aktivisten in der Ostukraine auf den in Genf ausgehandelten Friedensfahrplan reagiert. Wie hier in der Großstadt Donezk sollen die ukrainischen Separatisten ihre Waffen
niederlegen und gewaltfrei besetzte Gebäude verlassen.

“Wenn alle Beteiligten die Waffen niederlegen, dann ist das eine gute Lösung,” erklärt ein prorussischer Aktivist. “Wenn sich auch das ukrainische Militär zurückzieht. Ich habe nichts gegen die Beschlüsse von Genf. Die sind sogar sehr gut. Aber die Frage ist doch: wird sich die Armee wirklich zurückziehen? Wir trauen den Ankündigungen der ukrainischen Regierung nicht über den Weg.”

“Wir werden unsere Waffen nicht abgeben und das Gebäude nicht verlassen,” erklärt dieser Separatist. “Die Beschlüsse sind unsinnig. Solange es keine Volksabstimmung gibt, wird hier keiner weggehen.”

Mehrere tausend pro-westliche Ukrainer versammelten sich in Donezk am Siegespark der Stadt. Es war die erste Versammlung dieser Art seit dem Tod eines jungen proukrainischen Aktivisten während einer ähnlichen Kundgebung in Donezk am dreizehnten März.

“Wir leben in ständiger Bedrohung,” erklärt dieser prowestliche Einwohner von Donezk. “Wir haben keine Angst, sind aber müde durch diese Bedrohung. Wissen Sie, wenn das eigene Leben jeden Tag in Gefahr ist, dann macht einen der Druck kaputt. Gucken Sie sich die Leute hier an. Sie alle waren ängstlich, sind aber trotzdem hierher gekommen. Und sie sind nur die Spitze des Eisbergs.”

“Ich bin hier, um meine Freunde zu unterstützen und die Einheit der Ukraine. In Kiew ist die Nervenanspannung nicht mehr zu spüren, aber hier in Donezk ist es noch richtig gefährlich.”

Nicht nur in der ukrainischen Gebietshauptstadt Donezk bleibt die Lage unübersichtlich. Daran konnte auch die erste Pro-Maidan-Demonstration seit über einem Monat wenig ändern, so Euronews-Reporter Sergio Cantone in Donezk:

“Die Pro-Maidan-Kundgebung ist ein klares politisches Bekenntnis, aber nur eines Teils von Donezk. Die Geschehnisse der vergangenen Tage wirken hier noch nach. Für viele Menschen in Donezk bedeutet dies einen möglichen Wendepunkt für die proukrainische Politik im Osten des Landes.”