Eilmeldung

Eilmeldung

Eine literarische Legende: Gabriel García Márquez

Sie lesen gerade:

Eine literarische Legende: Gabriel García Márquez

Schriftgrösse Aa Aa

Er trägt eine gelbe Rose zu seinem 87. Geburtstag, die Blume, die ihm Glück bringen soll….
und das versammelte Pressecorps verwandelt sich für Minuten in einen Gesangverein, der dem Jubilar ein Ständchen bringt. Geboren wird Gabriel García Márquez 1927 in einer Kleinstadt an der kolumbianischen Karibikküste.

Jahrzehnte später kommt er mit seiner Frau zu Besuch – begeistert begrüßt von den Bürgern von Aracataca, die stolz sind auf ihren berühmten Sohn, der hier bei den Großeltern aufwuchs.
Dem Ort seiner Kindheit hat er im mythischen Ort Macondo in “Hundert Jahre Einsamkeit” ein Denkmal gesetzt. Die Großeltern wecken Fantasie und Fabulierlust des Jungen.
Als er 12 wird, darf er mit einem Stipendium der Regierung ein Jesuitenkolleg besuchen.
1946 beginnt der junge Mann auf Wunsch der Familie ein Jurastudium in der Hauptstadt Bogota, wo er auch Mercedes Barcha Pardo trifft, bis zuletzt die Frau an seiner Seite. Aber die Juristerei ist nichts für den fantasievollen jungen Mann.
Gerald Martin, sein Biograph, verweist auf die wichtige Chance, die der Schulbesuch darstellte.
Er nennt García Márquez “ohne jeden Zweifel begabt, genial”. Um dann anzufügen, ohne diese Bildung wäre “Hundert Jahre Einsamkeit” nie geschrieben worden.
Zu schreiben beginnt Garcia Marques in der kleinen Form und zunächst mehr realistisch. Das Mythische kommt später. Er arbeitet für Zeitungen, reist nach Europa, schaut dort auch hinter den “Eisernen Vorhang”. Dann lässt er sich in Mexiko nieder und bringt innerhalb von 18 Monaten sein Meisterwerk zu Papier. 1982 wird er für “Hundert Jahre Einsamkeit” den Nobelpreis bekommen und mit dem Preisgeld in seiner Heimat Kolumbien die Tageszeitung “El Otro” ´die Andere´ gründen.
Zu seinem ganz persönlichen Stil sagt er bei einer Lesung: “Eine Fiktion zu schreiben, heißt den Leser zu hypnotisieren. Man bindet ihn so an die Geschichte, dass er an nichts anderes mehr denken kann.”
Dieser Dichter ist ein politischer Mensch.
Mit Fidel Castro befreundet, seit der ihn 1959 bat, über die kubanische Revolution ein Buch zu schreiben.
Gefragt nach Vorbildern, nannte er mehrfach die großen amerikanischen Erzähler seiner Epoche wie Arthur Miller, Ernest Hemingway oder William Faulkener..

In “Die Liebe in Zeiten der Cholera” beschreibt García Márquez die Gefühle eines Paares, das sich erst am Ende des Lebens findet. Dort steht der Satz: “ Das Einzige, das mir das Sterben schwer machen könnte, wäre, nicht aus Liebe zu sterben.