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War der Kapitän schuld am Untergang der Fähre in Südkorea?

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War der Kapitän schuld am Untergang der Fähre in Südkorea?

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Zwei Tage nach dem Untergang der Fähre “Sewol” vor Südkoreas Küste haben die Ermittler gegen den Kapitän einen Haftbefehl erlassen. Ihm wird vorgeworfen, viel zu spät die Evakuierung angeordnet und als einer der Ersten das sinkende Schiff verlassen zu haben. Kurz vor dem Unglück soll er das Steuer an eine unerfahrene Offizierin übergeben haben. Er bat um Entschuldigung und sagte, dass er sich schäme, ihm fehlten die Worte.

Mehr als 300 der Passagiere waren Schüler. Der stellvertetende Direktor, der sie auf dieser Schulreise begleitete, hat sich erhängt. In einem Brief erklärte er, er habe Schuldgefühle, weil er gerettet wurde, während viele seiner Schützlinge vermisst werden.

In die Trauer und Hoffnungslosigkeit der Eltern und der Freunde, die nach Kindern suchen, mischt sich immer häufiger Wut und Empörung. Es werden immer noch 270 Menschen vermisst. Die Familien flehen die Behörden an: “Unsere Kinder schreien im eiskalten Wasser um Hilfe, helft ihnen! Der Vater eines vermissten Jungen ist verzweifelt. Er sagt, die Rettungsmannschaften müssten sich beeilen. Die Schwester des Vermissten fügt hinzu, sie habe gehört, dass Überlebende innerhalb des Schiffs sterben würden.

Die Rettungsmannschaften haben unterdessen Luft in das Schiff gepumpt. Den Tauchern ist es nicht gelungen, in den Bereich des Wracks vorzudringen, in dem Menschen vermutet werden. Schlechtes Wetter und starke Strömung erschweren ihren Einsatz.