Eilmeldung

Eilmeldung

Armutsbericht des Welternährungsprogramms

Sie lesen gerade:

Armutsbericht des Welternährungsprogramms

Schriftgrösse Aa Aa

Duwaiqa ist einer der ärmsten Vororte von Kairo.
Wer bisher nicht glauben wollte, dass Ägypten zu den ärmsten unter den arabischen Ländern gehört – hier wird íst es nicht mehr zu übersehen. 48.9 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb die Armutsgrenze. So vermeldet es das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen für dieses Land. Der “arabische Frühling” hat diesen Menschen nichts gebracht. Von sozialer Gerechtigkeit keine Spur. Das Abwasser läuft zwischen den Häusern entlang. Wie in Europa im Mittelalter. In diesem Dreck spielen die Kinder. Andere Spielplätze haben sie nicht. Und Platz zu Hause haben sie erst recht nicht. Abo Hussian zeigt den Raum, in dem er mit seinen fünf Kindern wohnt.
Er sagt: “Ich habe nichts, kein Einkommen, keinen Job. Wir müssen jeden Tag sehen, woher wir etwas zu essen bekommen. Wir haben kein kein Öl, kein Brot.”

Die Theoretiker der Armut nennen dafür Kriterien wie “Mangel an Nahrungsmitteln, an Wohnraum, an Gesundheitsfürsorge, an Bildung”. Das trifft hier alles zu, wo eine Mutter die Enge des einzigen Wohnraumes zeigt, in den von draußen das Abwasser hineinläuft. Von der Regierungs habe sie noch nie irgend etwas bekommen.

Diese Lebensverhältnisse sind hier im Viertel der Müllsammler uralt. Schon die Großeltern und Urgroßeltern haben so gehaust und gehungert.
Das Einzige, woran es hier nicht mangelt, sind Kinder. Sie wachsen auf in Armut und Hoffnungslosigkeit. Revolution ,“arabischer Frühling” , an ihnen hier ist das alles spurlos vorbeigegangen.

Ashraf Salem sagt: “Die Leute hier sind es müde, auf Versprechen zu hoffen. Wenn einmal eine Revolution etwas bewirken soll, dann kann es nur eine Revolution der Hungrigen sein, die endlich merken wollen, dass der Staat auch für sie da ist.”

Weil davon aber keine Rede kann, suchen sie weiter im Müll nach allem, was sich noch irgendwie verwenden lässt.

Der euronews-Reporter Mohammed Shaikhibrahim verweist darauf, wie ungerührt auch das aktuelle Regime die Not dieser Menschen einfach nicht zur Kenntnis nimmt, von Menschen, die jeden Tag aufs neue um jeden Schluck Wasser, jeden Happen Brot kämpfen müssen.